Linz. Trainer Valerien Ismael rang nach Worten, sprach von einem "unbeschreiblichen Gefühl" und vom "Highlight meiner Trainerkarriere", Lask-Verteidiger Emanuel Pogatetz von einem "Highlight für den Verein". Tatsächlich hat der Linzer ASK etwas geschafft, das vor ein paar Jahren kaum einer für möglich gehalten hätte. Anstatt von der Champions League zu träumen, hegte man damals durchaus berechtigte Existenzsorgen bei dem Traditionsverein.

Nun also ist man nach dem 3:1 im Rückspiel gegen den FC Basel und einem Gesamtscore von 5:2 nur noch einen Schritt von der Gruppenphase der Champions League entfernt. Es ist freilich ein großer, wartet doch in Club Brügge eine international erprobte Mannschaft auf die Oberösterreicher. Doch das war der einstige Schweizer Serienmeister auch, ehe er - ohnehin schon mit einer schwierigen Ausgangslage ins Rückspiel gegangen - im Regen von Linz kalt erwischt wurde.

Doch es war nicht (nur) Glück, das dem heimischen Vizemeister den Aufstieg und damit den jetzt schon größten Erfolg der Klubgeschichte bescherte, wie Ismael danach stolz feststellte. "Einmal zu gewinnen, ist Glück. Zweimal zu gewinnen, gesamt mit 5:2, das ist Qualität."

Valerien Ismael durfte zurecht stolz auf seine Mannschaft sein. - © APAWeb / expa, Reinhard Eisenbauer
Valerien Ismael durfte zurecht stolz auf seine Mannschaft sein. - © APAWeb / expa, Reinhard Eisenbauer

Das musste auch sein Widerpart auf Basler Seite anerkennen. "Sie haben über beide Spiele betrachtet verdient gewonnen", sagte Marcel Koller. Als ehemaliger Teamchef Österreichs kennt er die hiesigen Gegebenheiten und damit auch die Entwicklung des Lask genau. "Was in den letzten Jahren hier passiert ist, kommt von außen betrachtet überraschend. Aber mit System, Konsequenz und Entschlossenheit setzen sie es gut um", meinte er.

Club Brügge hatte seine Glanzzeiten mit Happel

Bei den Linzern vernahm man das Lob aus berufenem Mund gerne, eine zusätzliche Motivationsspritze für die kommenden Aufgaben hätte es aber ohnehin nicht gebraucht. Nach den zwei Siegen als Außenseiter über Basel dominierte neben dem Stolz auch das Gefühl, es nun mit jedem Gegner aufnehmen zu können. Schließlich hatte auch Club Brügge in der dritten Qualifikationsrunde Schwächen offenbart. Nach dem 1:0-Sieg im Hinspiel reichte ein 3:3 gegen Dinamo Kiew zum Aufstieg.

Favorit bleiben die Belgier, die immerhin 15-facher nationaler Meister und elffacher Cupsieger sind und in den 70ern mit Ernst Happel und Edi Krieger ihre Glanzzeiten mit dem Finale im Meistercup 1978 sowie jenem im Uefa-Cup 1976 erlebten, dennoch. Doch dass der Lask mit großen Namen kein Problem hat, haben die Spiele gegen Basel bewiesen.

Österreichs Ex-Teamchef Marcel Koller blieb nur die Rolle des Gratulanten. - © APAWeb / expa, Reinhard Eisenbauer
Österreichs Ex-Teamchef Marcel Koller blieb nur die Rolle des Gratulanten. - © APAWeb / expa, Reinhard Eisenbauer