Linz. Mangelndes Spielglück, ein umstrittener Elfmeter trotz Video-Schiedsrichter, 0:1 gegen Club Brügge verloren: Die Premiere im Play-off der Fußball-Champions-League ist für den Linzer ASK nicht nach Wunsch verlaufen. Am Tag nach dem Spiel ereilte die Linzer dann auch noch die Nachricht, dass das für Samstag in Wien anberaumte Bundesliga-Spiel gegen Rapid nicht zugunsten einer besseren Vorbereitung auf das Rückspiel am kommenden Mittwoch (21 Uhr/Sky) verschoben wird.

Rapid hatte dem Antrag der Linzer aufgrund der Kurzfristigkeit des Anliegens nicht entsprochen, gab sich aber für die Zukunft gesprächsbereit. Club Brügge ist indessen am Wochenende spielfrei, geht also ausgeruhter in das Rückspiel. Die heimische Bundesliga kritisierte das Vorgehen der belgischen Liga. "Das widerspricht dem Fairnessgedanken und der Wettbewerbsgleichheit, für die sich die europäischen Ligen in den vergangenen Monaten verstärkt auch öffentlich ausgesprochen haben", heißt es in einer Bundesliga-Aussendung am Mittwoch. "Nicht zuletzt wird durch diese kurzfristigen Spielverschiebungen auch die Wettbewerbsgleichheit in der nationalen Liga beeinflusst", meint die Bundesliga.

Umstrittener VAR-Entscheid

Trotz allem Ärger haben die Oberösterreicher den Traum von der Premiere in der Champions-League-Gruppenphase aber noch nicht aufgegeben. "Brügge war keinen Deut besser, wir haben noch die Chance, den Spieß umzudrehen", sagte Offensivspieler Peter Michorl. Die spielentscheidende Szene im ausverkauften Linzer Stadion gab es am Dienstagabend bereits in der Anfangsphase. Gernot Trauner traf Lois Openda im Strafraum leicht, der ging theatralisch zu Boden. Strittig war der von Hans Vanaken (10.) souverän verwandelte Elfmeter aber auch aus einem anderen Grund: Der polnische Schiedsrichter Szymon Marciniak ahndete eine wohl leichte Abseitsstellung des Brügge-Angreifers noch vor dem Foulpfiff nach Rücksprache mit dem Video-Assistenten (VAR) nicht. Ausgerechnet beim erstmaligen Einsatz des Videobeweises im Klub-Fußball in Österreich gab es also gleich einmal viele Diskussionen. "Der Gegner hat das 1:0 auf dem Silberteller präsentiert bekommen, der Fußballgott hat nicht auf uns geschaut", meinte Michorl. Der 24-Jährige bezog sich dabei nicht nur auf die Szene des Spiels. James Holland traf per Kopf die Außenstange (4.), bei einem Beinahe-Eigentor von Simon Deli rettete die Latte für die Belgier (24.). Der Ball wollte nicht nur da, sondern auch bei weiteren guten Möglichkeiten vor allem zu Beginn und gegen Ende des Spiels nicht ins Tor. Allerdings rettete bei einigen Situationen auch Tormann Alexander Schlager seine Mannschaft mit Glanzparaden vor einem weiteren Gegentor.

So oder so meinte Trainer Valérien Ismaël: "Brügge hat alles auf ihrer Seite, um weiterzukommen. Ich bin aber schon lange dabei und weiß daher, dass es da noch eine Chance gibt. Und die müssen wir nutzen." (apa/art)