Salzburg. Das österreichische Fußball-Nationalteam will trotz eines ungleich stärkeren Gegners auch am Montag (20.45 Uhr/live ORF 1) in Polen nicht von seiner zuletzt erfolgreichen Spielweise abweichen. "Unsere Philosophie ist es, mit dem Ball dominant zu sein", sagte Inter-Mailand-Legionär Valentino Lazaro am Samstag nach dem 6:0 in der EM-Quali gegen Lettland. "Wir wollen auch dort dominant auftreten."

Mit mehr als 70 Prozent Ballbesitz dürfe man in Warschau zwar nicht rechnen. Von ihrem Kurs wollen sich die Österreicher aber nicht abbringen lassen. "Wir haben Riesenqualität", meinte Lazaro. "Wir sind auch vor dem Tor sicherer geworden. Wir hoffen, dass wir den Punch mitnehmen können." Ein weiterer Erfolg in Polen könnte ein großer Schritt in Richtung EM-Teilnahme sein. "Es ist eine sehr gute Position, wenn man es selbst in der Hand hat", sagte Lazaro. "Es ist aber trotzdem noch ein weiter Weg bis zur Quali."

Begegnen könnte man der hochkarätigen polnischen Offensive mit den Stürmerstars Robert Lewandowski (Bayern München) und Krzysztof Piatek (AC Milan) auch mit drei Innenverteidigern. Im gegen Lettland praktizierten System würden sich laut Lazaro derzeit aber alle Spieler "extrem wohlfühlen". Er selbst tauschte im 4-2-3-1 gegen Lettland auf den Flügeln immer wieder die Seiten mit David Alaba. "Wir sind ein bisschen variabler geworden."

Hoffnungsträger Laimer

Für den nötigen Punch sorgt Konrad Laimer. Drei Spiele, drei Siege, ein Tor und vier Assists hat der laufstarke Mittelfeldmann von RB Leipzig auf seiner Länderspiel-Visitenkarte stehen. Er will dennoch mehr. "Man kann kein perfektes Fußballspiel machen", meinte der 22-Jährige und verwies auf Superstar Cristiano Ronaldo, der ebenfalls nie zufrieden sei. Laimer: "Ich bin immer noch relativ jung. Ich hoffe, dass ich in diesem Jahr den nächsten Entwicklungsschritt mache."

Zwei Jahre nach seinem Abgang aus Salzburg als "Bundesliga-Spieler der Saison" hat sich Laimer auch in Leipzig einen Stammplatz erkämpft. Sein früherer Clubkollege Lazaro dagegen wartet nach einer Oberschenkelverletzung in der Vorbereitung noch auf sein Pflichtspieldebüt für Inter. Die Länderspiele könnten ihm helfen, seine volle Fitness unter Beweis zu stellen. "Wenn ich zwei Bewerbsspiele absolviere, ist das sicher sehr gut für mich." Dann sollen nach seinem 22-Millionen-Euro-Transfer von Hertha BSC Berlin demnächst auch die ersten Einsätze für den italienischen Topclub folgen. (apa)