Für Robert Lewandowski ist Österreich sogar in der Favoritenrolle - sein Teamchef widerspricht. - © APAWeb / afp, Jure Makovec
Für Robert Lewandowski ist Österreich sogar in der Favoritenrolle - sein Teamchef widerspricht. - © APAWeb / afp, Jure Makovec

Warschau. Wer nach dem Fehlstart Österreichs in die EM-Qualifikation im Frühjahr darauf gesetzt hätte, dass das ÖFB-Team im Spiel gegen Polen um die Tabellenspitze kämpfen würde, wäre wohl für verrückt erklärt worden. Doch theoretisch besteht diese Chance heute Abend (20.45 Uhr, ORF 1) in Warschau. Nach dem 6:0 über die Letten, mit dem Franco Fodas Mannschaft am Freitag aufgezeigt hatte, liegt man derzeit in der Gruppe G drei Punkte hinter Polen und hat sogar die um einen Treffer bessere Tordifferenz. Allerdings ist auch der zweite Platz der Österreicher nicht abgesichert, Slowenien und Israel lauern je einen Punkt dahinter.

Polens Fußball-Teamchef Jerzy Brzeczek ist jedenfalls  auf ein schwieriges Spiel eingestellt. "Österreich hat nach dem Fehlstart, den sie gehabt haben, einen sehr großen Schritt nach vorne gemacht", meinte der Ex-Spieler von FC Tirol, Lask, Sturm Graz und FC Kärnten in seiner Abschluss-Pressekonferenz.

Lewandowski sieht Österreich als Favorit

"Österreich ist stärker und besser als noch in Wien", betonte Brzeczek. Dort hatte sich sein Team im März im Auftaktspiel der Gruppe G mit 1:0 durchgesetzt. Mit seinem Kapitän stimmte der langjährige Österreich-Legionär dennoch nicht überein. Bayern-München-Star Robert Lewandowski hatte nach der 0:2-Niederlage der Polen am Freitag in Slowenien mit Hinweis auf die jüngsten drei Siege des ÖFB-Teams gesagt: "Österreich ist in Form. Wir müssen realistisch sein, momentan sind sie der Favorit."

Brzeczek ist anderer Meinung. "Natürlich sind wir die Favoriten hier, weil wir in unserem Stadion spielen", betonte der 48-Jährige. "Wir wissen aber, dass Österreich sehr stark ist. Sie haben ein sehr hohes Potenzial." Man dürfe sich in der Defensivarbeit nicht nur auf die linke Seite mit Lewandowskis Bayern-Teamkollegen David Alaba konzentrieren. "Österreich ist ein gut ausbalanciertes Team. Sie haben ein sehr gutes Tempo."

Polens Teamchef war darum bemüht, nach der ersten Niederlage der laufenden Qualifikation Ruhe zu bewahren. Das war nicht in allen polnischen Medien der Fall. "Es ist sehr wichtig, dass wir cool bleiben", sagte Brzeczek. "Wir haben zwölf Punkte und sind Tabellenführer."

Theoretisch könnte sich das heute Abend allerdings ändern. (apa/art)