Es kursieren ja diverse Szenarien, ob Ilzer nicht gehen muss, wenn die Misere anhält, und Sie dann vielleicht einspringen. Das werden Sie jetzt wahrscheinlich ausschließen.

Natürlich. Der Trainer bekommt Unterstützung von mir, weil er ein guter Mann ist, damit steht das für uns nicht zur Diskussion. Der Chris wird die Zeit kriegen, das in Schwung zu bekommen, damit wir zufrieden sind. Und dann können wir gemeinsam Veränderungen treffen, um uns irgendwann einmal konstant auf einem höheren Level präsentieren zu können.

Die Austria geht zur Not mit Ilzer auch ins untere Play-off?

Also freiwillig gehen wir natürlich nicht in die Qualifikationsrunde. Ich bin jemand, der dann die richtigen Schlüsse aus der Situation zieht.

Bei Ihnen in Köln währte das Vertrauen einst 14 Runden und drei Punkte lang. Geben Sie das nun weiter?

Ich versuche das. Wenn es nicht optimal läuft, ist es meistens so: Je mehr Gegenwind die Führungsriege aushält, desto länger bekommt ein Trainer die Chance, das zu korrigieren. Ich habe einen langen Atem. Deshalb wird er lange Zeit bekommen - normalerweise so lange er Vertrag hat.

Allgemeiner Tenor ist, es fehlt eine klare Linie. Wann sieht man etwas von Ilzers Spielidee?

In Phasen sehen wir es schon, aber natürlich haben wir auch unsere Phasen, wo wir nicht so strukturiert sind. Das sehen wir alle gleich, wir tun da nichts schönreden. Manches braucht eben seine Zeit.

Gibt es ein konkretes Ziel, das Sie bis 2021 umgesetzt haben wollen?

Ich möchte die Akademie- und Young-Violetts-Spieler so forcieren, dass man erkennt: Da ist ein neuer Zug drin, eine neue Identität. In zwei Jahren sollen wir eine Mannschaft haben, bei der die Leute sagen: Das ist ein richtig giftiger Haufen, die wollen Erfolg haben! Diese Elf wird in zwei Jahren zwar nicht Salzburg attackieren können, aber jeden anderen in Österreich fordern können. Und gegen acht von elf Gegnern als Favorit in die Partie gehen. Eine solch giftige Mannschaft kriegst du aber nur dann, wenn die Spieler wissen, dass die Austria nicht ihre letzte Station ist. Denn die Jungs aus Salzburg lehnen sich ja deshalb nie zurück, weil sie wissen, Kollegen von ihnen spielen in Liverpool, Leverkusen oder Dortmund - und genau das auch schaffen wollen.

Sie waren in Deutschland bekannt für Ihre flotten Sprüche, einmal erhielten Sie sogar einen Preis. Gibt’s die wieder, wenn der Erfolg zurückkehrt?

Erst, wenn’s in Österreich auch Preise dafür gibt. (lacht)