Ist es nicht auch super, wieder in Wien zu arbeiten? Puncto Lebensqualität.

Also die beste Lebensqualität hatte ich in den vergangenen 12, 13 Monaten. Als ich zu Hause war. Insofern habe ich’s mir verschlechtert (lacht).

Wären Sie auch zu Rapid gegangen, wenn Ihr Ebenfalls-Ex-Klub ein Angebot gemacht hätte?

Ich habe in der Zeit viele Einladungen bekommen - und bin auch einmal mit Rapid zusammengesessen. Ich habe grundsätzlich keine Berührungsängste, wir arbeiten alle im selben Bereich.

Die Rivalitäten der Wiener Großklubs hat sich zuletzt nicht nur auf Fan-, sondern auch auf Funktionärsebene zugespitzt. Haben Sie auch eine Entspannung mit dem Stadtrivalen auf der Agenda?

Die Rivalität sollte sich einzig und allein auf dem Platz abspielen. Auf Fanebene wird es nie eine Freundschaft geben, davon kann man ausgehen. Aber meine Hoffnung ist groß, dass wir die Kommunikation auf ein gutes Level hinkriegen. Mit Zoran Barisic und Didi Kühbauer habe ich selber zusammengespielt und ein gutes Verhältnis - das schadet sicher nicht. Da werden wir Normalität hinbekommen. Was sich nie ändern wird, ist, dass sowohl Rapid als auch wir die Nummer eins in Wien sein wollen. Und hoffentlich wird diese Nummer eins wieder weiter oben stehen als jetzt.

Zum Sportlichen: Konnte in der Länderspielpause schon eruiert werden, was da zum Start schiefgelaufen ist?

Fakt ist, dass die Art und Weise, wie wir spielen und die Punkteausbeute nicht stimmig sind mit dem, was wir uns erhoffen. Unser Ziel war ein Europacup-Platz - jetzt ist einmal der erste Schritt, unter die ersten sechs zu kommen. In den nächsten vier Spielen bis zur Länderspielpause (gegen den WAC, Altach, Salzburg und Sturm, Anm.) wird sich viel herauskristallisieren - kommen wir in Schwung, können wir oben andocken oder müssen wir unsere Zielsetzung komplett neu definieren? Momentan glaube ich immer noch, dass die Mannschaft mehr abliefern kann.

Sie meinten zuletzt auch, viele Spieler gingen nicht ans Limit. Was ist die Konsequenz, braucht es da die Peitsche oder Einzelgespräche?

Ich habe ein gutes Gefühl, dass Christian Ilzer das richtig angeht. Der eine braucht eher Zuspruch und Vertrauen, der andere vielleicht eine härtere Ansprache. Wenn man sich die vergangenen Saisonen ansieht, sind wir vielleicht auch nicht mehr als Mittelmaß. Wir müssen nun herausfiltern, bei wem noch mehr drinnen ist - diese Spieler werden in Zukunft unseren Weg mitbegleiten. Und wer nicht mehr abliefern kann, der wird logischerweise ausscheiden.

Wie nah sind Sie momentan an der Mannschaft dran?

Ich bin relativ wenig dran, das ist Kompetenz des Trainerteams. Es gab eine offizielle Vorstellung, sonst habe ich noch keine Ansprache gehalten.