Es war kein Freispruch, aber immerhin. Wie der Internationale Sportgerichtshof am Dienstag urteilte, wird Superstar Neymar also nur bei zwei statt bei drei Champions-League-Spielen fehlen. Der Brasilianer hatte bekanntlich nach dem Achtelfinal-Aus seines Klubs Paris Saint-Germain im März gegen Manchester United die Leistung des Videoschiedsrichters als "Schande" bezeichnet - ein Sager, der trotz des revidierten Richterspruchs Konsequenzen für die Franzosen haben wird, bleibt doch Neymar für die Auftaktpartie am Mittwoch gegen Real Madrid (21 Uhr/Sky) - der Anpfiff der Partie Salzburg-Genk am Dienstag erfolgt ebenfalls um 21 Uhr (Sky) - weiterhin gesperrt. Immerhin befindet sich der 27-jährige Ausnahmekönner in guter Gesellschaft, fallen doch mit Kylian Mbappé, Edison Cavani sowie den beiden verletzten Deutschen Thilo Kehrer und Julian Draxler gleich eine Reihe Pariser Topspieler für das Real-Spiel aus.

Einziger Trost: Den Madrilenen geht es nicht viel besser. Sie müssen gar gleich sieben Ausfälle verkraften: Marcelo, Isco, Luka Modrić, Marco Asensio und Federico Valverde fehlen wegen Blessuren, während das routinierte Abwehr-Duo Sergio Ramos und Nacho gesperrt ist. Umso mehr werden daher wohl am Mittwochabend im Prinzenparkstadion sämtliche Blicke auf den im Sommer vom Europa-League-Sieger Chelsea geholten Eden Hazard gerichtet sein.

Zumindest hat der Belgier hier mit einem anderen Topspieler etwas gemeinsam: Cristiano Ronaldo. Der Portugiese trifft am Mittwochabend mit Juventus in Madrid auf Atlético. Dies ist insofern von Bedeutung, als der spanische Vizemeister auf Rache sinnt, waren es doch Italiens Rekordhalter und Ronaldo, die zuletzt die Madrilenen im Champions-League-Achtelfinale eliminiert hatten. Eine "Geheimwaffe" gegen Ronaldo hat Atlético nach dem Abgang von Topmann Antoine Griezmann zu Barça jedenfalls vorzuweisen, und tatsächlich scheint sich 126-Millionen-Mann João Félix bereits gut bei den Colchoneros eingelebt zu haben. Und die Zahlen sprechen eine klare Sprache: So verbuchte Portugals Toptalent in den ersten vier Meisterschaftsspielen für Atlético einen Treffer, eine Torvorlage und einen herausgeholten Elfmeter. Spaniens auflagenstärkste Sportzeitung "Marca" schrieb bereits von der Geburtsstunde eines neuen "Superspielers", die Erwartungen an das Duell Félix-Ronaldo am Mittwoch sind jedenfalls hoch.

Alaba fehlt gegen Belgrad

Neben dem Duo werden am Mittwoch auch einige österreichische Kicker zu sehen sein. Im Parallelspiel der Gruppe D etwa trifft Leverkusen mit dem ÖFB-Trio Julian Baumgartlinger, Aleksandar Dragovic und Goalie Ramazan Özcan auf Russlands Vizemeister Lokomotive Moskau. Im zweiten Spiel der Gruppe C wiederum empfängt Dinamo Zagreb mit ÖFB-Legionär Emir Dilaver den Debütanten Atalanta. Nicht antreten wird David Alaba im Bayernspiel gegen Belgrad. Er fehlt verletzt. (rel)