Trotz gewichtiger Ausfälle hat Paris Saint-Germain
Real Madrid beim 3:0-Heimsieg im Champions-League-Schlager phasenweise an die Wand gespielt. Davor hatte der spanische Rekordmeister 13 Jahre zum Auftakt nicht verloren gehabt. Coach Zinédine Zidane monierte nach dem Spiel die fehlende Intensität seines Teams, PSG-Trainer Thomas Tuchel sprach hingegen von einer "Benchmark" für die weitere Saison.

Schon 2006 hatte sich Real Madrid zum Start einem Topteam aus Frankreich geschlagen geben müssen. Damals war es nicht PSG, sondern Olympique Lyon, das die Königlichen 2:0 besiegen konnte. Den Parisern gelang ihr Kunststück am Mittwoch, obwohl die drei wichtigsten Offensivkräfte im Parc des Princes fehlten - Kylian Mbappé und Edinson Cavani sind verletzt, Neymar war wegen Schiedsrichterkritik in seiner Verletzungszeit gesperrt. Dank des starken Auftritts von Ángel Di María, der in der ersten Hälfte zweimal traf, fiel das aber kaum ins Gewicht. Auch nach dem 3:0 des Belgiers Thomas Meunier in der Nachspielzeit ging der Sieg der Höhe nach völlig in Ordnung.

PSG sei "überlegen" gewesen, konstatierte Real-Coach Zidane zerknirscht. "Da gibt es nichts zu sagen. Sie haben es verdient", meinte der Franzose, der allerdings auf noch mehr Stammspieler verzichten musste als Tuchel. Ohne Sergio Ramos, Luka Modric, Isco, Nacho, Marcelo und Marco Asensio fehlte einiges im Spiel der Spanier. "Was mich beunruhigt, ist, dass meine Mannschaft nicht die notwendige Intensität gebracht hat, die in dieser Phase des Wettbewerbs notwendig ist. Wir wussten nicht, wie wir in das Match zurückkommen."

Tuchel zeigte sich verständlicherweise sehr zufrieden, merkte aber auch an: "Vielleicht war der Druck nicht so hoch für die Spieler, weil diese drei gefehlt haben." Die Leistung sei jetzt jedenfalls "die Benchmark" für die weitere Saison, die für alle gelte. "Aber wenn jemand fragt, ob wir die Champions League gewinnen, bin ich raus", sagte der Deutsche bei seiner Pressekonferenz gereizt.

Bayern starteten souverän

Die Bayern feierten unterdessen ohne den verletzten David Alaba einen 3:0-Heimsieg über den serbischen Meister Roter Stern Belgrad, der kein aussagekräftiger Prüfstein war. Kritikpunkt im Anschluss war die mangelnde Chancenverwertung. "Wir können sehr zufrieden sein. Wir haben drei Tore geschossen, das ist standesgemäß. Wir hätten noch mehr Tore machen können, vielleicht fehlte die letzte Konsequenz", meinte Trainer Niko Kovac. Topstürmer Robert Lewandowski traf einmal, hätte vor 70.000 Zuschauern in der Allianz-Arena aber gefühlt fünf Tore erzielen können.

In der Bayern-Gruppe B legte Tottenham, der Finalist der vergangenen Saison, hingegen einen Stolperstart hin. Beim 2:2-Remis gegen Olympiakos Piräus verspielten die Engländer in Athen eine 2:0-Führung. "Wir haben uns nicht an den Plan gehalten. Die Leistung war nicht gut", kritisierte Spurs-Trainer Mauricio Pochettino.