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Hassliebe rostet nicht

Der GAK will sich im Cup gegen Innsbruck wieder einmal revanchieren.

von Christoph Rella

Der Grazer AK und Wacker Innsbruck - eine gepflegte Hassliebe wie zwischen diesen beiden Zweitligaklubs findet man in Österreich selten. Dies wurde zuletzt wieder beim jüngsten Ligaspiel am 14. September in Innsbruck deutlich, als beide Seiten in gewohnter Weise von einer "alten Rivalität" und einer "legendären Begegnung" sprachen. Dass die Partie am Tivoli für den GAK mit 0:2 verloren ging, bremste die Euphorie der Steirer keineswegs, wartet doch mit dem ÖFB-Cup am Dienstag (18.45 Uhr/ORF Sport+) die nächste Chance auf eine Revanche.

Tatsächlich geht es aber für die Grazer in der Merkur-Arena um weit mehr als nur eine Revanche. Schließlich ist es noch kein halbes Jahr her, als man im Cup sensationell bis ins Halbfinale gestürmt war, um erst dort von Serienmeister Salzburg regelrecht zerlegt zu werden. Den Anhängern war das 0:6 damals egal, sie ließen es sich auch nicht nehmen, ihre Elf minutenlang zu bejubeln. Geht es nach David Preiß, der erst im Juli Enrico Kulovits als Trainer beerbt hat, soll der GAK das Kunststück heuer wieder schaffen. Und dass der Gegner im Sechzehntelfinale Wacker Innsbruck heißt, ist mehr als ein willkommener Zufall. Immerhin ist die Generalprobe im Cup-Erstrundenspiel gegen Neusiedl (6:1) gelungen, keine Frage, dass sich die Roten am Dienstag gegen Innsbruck ein ähnliches Ergebnis wünschen.

Möglich ist alles, liegen doch GAK und Innsbruck aktuell in der Liga nach Punkten (13) und Toren (9:8 beziehungsweise 9:9) beinahe gleichauf. Und auch in der Vergangenheit schenkten sich die Rivalen nichts. In Innsbruck waren die Grazer freilich oft zu Gast, vielen Fans als emotionaler Moment in Erinnerung geblieben ist aber der Saisonauftakt 2004, als man als Meister zum Einstand auf Aufsteiger Innsbruck, das unter dem Namen Wacker Tirol firmierte und seinerseits aus dem FC Tirol hervorgegangen war, traf. Wie eng die Schicksale von Innsbruck und GAK seither miteinander verbunden sind, zeigte die Saison 2006/07, als ausgerechnet die Tiroler vom Konkurs der Athletiker profitierten und nur wegen eines spektakulären Punkteabzugs (28 Punkte), den der GAK hinnehmen musste, selbst den Klassenerhalt mit Mühe und Not schafften.

Wieder unter einem Dach

Heute, zwölf Jahre und vier Konkursanträge später, grenzt es für viele Grazer Fans an ein Wunder, dass der GAK nach einem ungewöhnlichen Durchmarsch aus der achten in die zweite Liga nun wieder mit dem Tiroler Rivalen unter einem Dach kickt. Das jüngste 0:2 in Innsbruck mag zwar nicht geplant gewesen sein, statistisch besteht aber kein Grund zur Sorge, liegen doch der GAK und Wacker im Allzeit-Head-to-Head der Bundesliga bei jeweils 21 Erfolgen. Im ÖFB-Cup haben die Athletiker die Nase vorn, führen hier bei Siegen mit 3:1. Gut möglich, dass sich an diesem Stand am Dienstagabend etwas ändert. Zu wessen Gunsten wird sich weisen. Die Hassliebe dürfte aber bestehen bleiben.

ÖFB-Cup, Dienstag:

Lustenau - FAC*16.45 Uhr

GAK - Innsbruck*18.45 Uhr

Ebreichsdorf - Admira19.00 Uhr Gurten - Horn19.00 Uhr

Gleisdorf - Juniors OÖ19.00 Uhr

Marchfeld - Kapfenberg19.30 Uhr

Amstetten - Blau Weiß Linz19.30 Uhr Aigen - Dornbirn19.30 Uhr

St. Pölten - Mattersburg*20.45 Uhr

*live auf ORF Sport+



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