An Selbstvertrauen mangelt es ja beim SK Rapid Wien aktuell nicht. Fünf Siege in sechs Spielen, zuletzt das 2:0 bei der WSG Tirol oder das 5:0 gegen die Admira, haben die Grün-Weißen bis dato gefeiert und es scheint, als habe man endlich den Automatismusknopf gefunden - vor allem, was die Ausbeute an Toren betrifft. Zehn Treffer in nur drei Spielen verdeutlichen dies - und geht es nach Coach Dietmar Kühbauer, sollen beim Cup-Sechzehntelfinale am Mittwoch gegen Red Bull Salzburg (20.45 Uhr/ ORF1) einige dazukommen. "Wir wissen ganz genau, dass jetzt ein Gegner kommt, der über unglaublich gute Qualität verfügt. Jeder Spieler muss an die Grenzen und darüber hinausgehen", sagte der Trainer am Dienstag und warnte: Nur "wenn Körper und Geist einwandfrei funktionieren" sei es Rapid möglich, dem Topfavoriten ein Bein zu stellen.

Allerdings, unterschätzen dürfen die Rapidler den Gegner nicht, kann doch auch er auf erfolgreiche Wochen zurückblicken. Zwar ließ man mit dem 2:2 am Sonntag gegen den Linzer ASK erstmals Punkte, die Siege wenige Tage zuvor waren nicht nur in ihrer Art, sondern auch in der Höhe beispiellos (6:2 gegen Genk, 7:2 gegen Hartberg).

Flop in der Liga, top im Cup

Hinzu kommt: Statistisch ist Rapid gegen den Serienmeister im Nachteil. So hat man nur ein einziges der jüngsten 16 Duelle (inklusive Cup) gewinnen können (bei drei Remis und zwölf Niederlagen): Am 24. Februar dieses Jahres feierte das Team von Kühbauer noch einen 2:0-Sieg. Danach verloren die Wiener am 1. Mai in Klagenfurt das Cup-Finale in Klagenfurt gegen die Salzburger 0:2 ebenso wie das Heimspiel zum Bundesliga-Auftakt am 26. Juli. Aber immerhin: Im Cup haben die Rapidler im Allianz-Stadion bisher noch nie verloren: 2017 wurde der Linzer ASK 2:1 im Semifinale besiegt, im Jahr darauf erzielte man gegen Ried (Viertelfinale) dasselbe Ergebnis, und heuer setzte man sich im Viertelfinale 5:2 auch gegen Hartberg durch.

Diese Daten kennt auch Salzburg-Coach Jesse Marsch, der am Sonntag im Auswärtsspiel gegen Vizemeister Lask das erste Remis in diesem Sommer nach zuvor neun Pflichtsiegen en suite einstecken musste. "Uns erwartet ein richtig schwieriger Gegner in der frühen Phase des Cups. Das war auch ein großer Faktor für unsere Entscheidung, am Sonntag stark zu rotieren. Wir haben frische Beine und sind bereit für einen richtig guten Schlager am Mittwoch", kündigte der US-Amerikaner an.

Ob Marsch Verteidiger Maximilian Wöber gegen seinen früheren Klub einsetzt, ließ er offen. "Es wird nicht einfach für ihn, aber er ist jetzt Red-Bull-Spieler. Wir werden sehen, was das Beste für die Gruppe ist", erklärte der 45-Jährige, der bei Rapid, das seit 2008 auf einen Titel wartet, im Gegensatz zum ersten Duell nun mit einer Viererkette rechnet.

Wöber selbst sprach mit Blick auf seine Rückkehr ins Allianz-Stadion von einem "emotionalen Moment". Mehr als 16.000 Tickets waren bis Dienstag für den Cup-Schlager bereits weg.

St. Pölten schlägt Mattersburg, Innsbruck gewinnt Traditionsduell

Im Dienstagsduell zweier Bundesligisten hat sich St. Pölten indessen mit 2:1 gegen Mattersburg durchgesetzt. Rene Gartler erzielte beide Treffer für die niederösterreichischen Gastgeber, Trainer Alexander Schmidt sprach "besten Spiel meiner Mannschaft, seit ich SKN-Trainer bin". St. Pölten hätte "schon vorher immer wieder gute Phasen" gehabt, sagte der Coach, "aber heute haben wir über 90 Minuten konstant gut gespielt. Das einzige Manko ist vielleicht die Verwertung der Torchancen. Für mich war es nur eine Frage der Zeit, bis sie es im Spiel auch so umsetzen." Jedenfalls gibt das Spiel Selbstvertrauen für das Duell mit dem Lask, der am Samstag zu Gast in St. Pölten ist.

Unter den Zweitliga-Duellen war vor allem jenes zwischen den alten Rivalen GAK und Wacker Innsbruck mit Spannung erwartet worden, letztlich hatten die Tiroler das bessere Ende für sich. Wacker begann als bessere Mannschaft und ging durch Murat Satin auch schnell in Führung. Elvin Ibrisimovic erhöhte noch vor der Pause auf 2:0. Diese schafften die Rotjacken nach dem Seitenwechsel trotz mehr Spielanteilen nicht mehr zu drehen. Dem Brasilianer Richard glückte mit einem Schuss ins Kreuzeck aus spitzem Winkel nur noch der Anschlusstreffer - zu wenig für den Aufstieg. (rel/art/apa)