Blickt den Entscheidungsspielen in der EM-Qualifikation optimistisch entgegen: Franco Foda vor dem Teamhotel am Handelskai. - © Andy Urban
Blickt den Entscheidungsspielen in der EM-Qualifikation optimistisch entgegen: Franco Foda vor dem Teamhotel am Handelskai. - © Andy Urban

Die Fußball-EM-Qualifikation biegt auf die Zielgerade: In Gruppe G stehen für Österreich zwei Entscheidungsspiele gegen die unmittelbaren Konkurrenten Israel (10. Oktober) und Slowenien (13.Oktober) an. Mit zwei Siegen darf für die Euro 2020 geplant werden - im Interview mit der "Wiener Zeitung" skizziert Teamchef Franco Foda die Ausgangslage.

"Wiener Zeitung": Herr Foda, haben Sie Marko Arnautovic schon vorgewarnt?

Franco Foda: Was meinen Sie?

Er hat zuletzt in Polen Gelb kassiert und wäre daher bei einer weiteren Verwarnung gesperrt. Vor zwei Jahren in der WM-Qualifikation hat er angeblich nicht gewusst, vorbelastet zu sein, dann gegen Moldawien wieder Gelb gesehen und so in Irland zusehen müssen.

Wir werden ihn auf jeden Fall drauf hinweisen. Jeder Spieler, der vorbelastet ist, darf keine Karte erhalten. Wir wollen mit hoher Intensität und Aggressivität spielen, aber es ist wichtig, dass die Spieler in gewissen Situationen ihre Emotionen unter Kontrolle haben.

Wäre blöd, wenn er just in Slowenien gesperrt wäre.

Das auf jeden Fall. Marko hat jedoch genug Erfahrung und wird sich dementsprechend verhalten.

Bleiben wir noch bei ihm. Die chinesische Liga hat seit gut zwei Wochen bis Ende Oktober Pause. Muss man sich um seine Matchpraxis Sorgen machen?

Nein, ich habe letzte Woche mit ihm telefoniert. Sie sind ja in der Asien-Champions-League gegen Urawa Red Diamonds ausgeschieden. Jetzt haben sie zwar eine Pause, er steht aber im Mannschaftstraining. Vom Spielrhythmus her gibt es keine Probleme. Er wird wieder früher nach Wien anreisen, daher wird Jetlag kein Thema sein. Wir werden wieder einen Marko Arnautovic erleben, der für das Nationalteam 100 Prozent gibt.

Gehen diese langen Reisen wirklich so spurlos an ihm vorüber? Und zuletzt hat er zugegeben, sich in China gleich einmal eine Lebensmittelvergiftung eingehandelt zu haben. Auch wenn gegen Lettland und Polen keine Schwäche zu bemerken war.

Beim letzten Mal hatten wir das Glück, dass er rechtzeitig hier war - diesmal ist das aufgrund der Spielpause auch der Fall. Marko ist ein Typ, der nur eine kurze Anlaufzeit benötigt, insofern wird er das wegstecken. Er ist in seiner ganzen Persönlichkeit gereift, er ist noch professioneller geworden.

Ein Sorgenkind ist dafür David Alaba. Gerade erst genesen, laboriert er jetzt an einer starken Rippenprellung. Wird sein Einsatz ein Wettlauf mit der Zeit?

Davids Einsatz ist fraglich. Wir müssen die kommenden Tage abwarten und genau beobachten, wie sich sein Zustand entwickelt. Davon wird es abhängen, ob er am Donnerstag einsatzbereit ist.