Eines ist sicher: Am Donnerstag kurz nach 22.30 Uhr wird in der heiß umkämpften Gruppe G der EM-Qualifikation eine Vorentscheidung gefallen sein: Von aktuell noch fünf Kandidaten für zwei Tickets am paneuropäischen Turnier 2020 dürften dann nur noch drei seriöse Anwärter übrig bleiben - und Österreich hofft, dazuzugehören. Vor dem wichtigen Duell mit Israel im Ernst-Happel-Stadion (20.45Uhr/ORF1) lautet die Devise ganz klar: Verlieren verboten, gewinnen erwünscht; während beim Gegner Israel ein Sieg sogar Pflicht ist, um nicht vollends den Anschluss zu verlieren. Nach Spielschluss von höchstem Interesse ist freilich auch das Ergebnis im Parallelspiel in Skopje zwischen Nordmazedonien und Slowenien: Lässt die Heimelf Punkte, ist deren Traum von der EM-Teilnahme ad acta gelegt.

Und dann käme es hinter den Polen (die am Sonntag bei Prügelknabe Lettland ihre Pflicht zu erfüllen haben) zum Duell zwischen Slowenien und Österreich um das Euro-Ticket - ausgetragen am Sonntag (20.45 Uhr) in Laibach. So weit voraus blickte ÖFB-Teamchef Franco Foda am Tag vor dem Match logischerweise nicht ("Ich beschäftige mich nur mit dem Spiel gegen Israel") - außerdem zählen für ihn im ersten Schritt im Wiener Prater ohnedies nur drei Punkte. "Generell haben wir immer die Intention, jedes Spiel gewinnen zu wollen, egal gegen welchen Gegner. Israel muss das Spiel unbedingt gewinnen - aber auch wir", betonte Foda. Allerdings ließ der Mainzer offen, ob er nicht im Finish besser Vorsicht walten lassen würde, sollte es noch remis stehen. Die Zwischenstände in den Parallelpartien würden dabei aber keine Rolle spielen: "Du darfst dich nicht auf andere verlassen", so Foda.

Achtung vor den Stürmern

Aufgrund der Gruppenkonstellation erwartet der Teamchef einen offenen Schlagabtausch: "Ich gehe davon aus, dass es ein sehr offensives Spiel wird von beiden Mannschaften." Und dabei gelte es, die Sturmspitzen der Israelis zu entschärfen: "Israel hat in der Offensive sehr viel Qualität. Wir müssen gut verteidigen, aggressiv verteidigen, um unser Spiel auf den Platz zu bringen", so Foda, der außer vor ihren Stürmerstars Eran Zahavi, Munas Dabbur und Shon Weissman auch vor dem 20-jährigen Flügelspieler Manor Solomon von Schachtar Donezk warnte.

Die von der rot-weiß-roten Betreuerriege im israelischen Team (Coach Andreas Herzog, Sportdirektor Willi Ruttensteiner, Tormanntrainer Klaus Lindenberger) zugeschanzte Favoritenrolle weist Foda zurück - erst recht nach der 2:4-Blamage im Hinspiel. Außerdem muss er aus Verletzungsgründen seine Wunschelf umstellen. Bei David Alaba (Haarriss in der Rippe) dürfte Foda - so nicht noch ein Wunder passiert - auf einen Starteinsatz verzichten, zumal er dann auf einen fitten Bayern-Star gegen Slowenien hoffen darf; seit Mittwoch steht auch hinter dem Einsatz von Konrad Laimer ein Fragezeichen - den zuletzt im Team groß aufspielenden Leipzig-Akteur zwickt es an den Adduktoren. Als Alaba-Ersatz im linken Mittelfeld hat sich Köln-Profi Florian Kainz mit starken Leistungen aufgedrängt; rechts in der Viererkette läuft alles auf einen Einsatz von Stefan Posch (statt des verletzten Stefan Lainer) hinaus. Aber auch Allrounder Stefan Ilsanker könnte das Vertrauen von Foda bekommen.

Kapitän Julian Baumgartlinger zählt auf die "große Konstanz" im Kader sowie die Kontinuität in der Spielweise, die den Ausschlag geben könnte. Zum Thema Revanche für das 2:4 merkte er an: "Vergessen haben wir’s nicht. Extra-Motivation brauchen wir aber keine. Der Fokus liegt auf unserer eigenen Leistung."

EM-Qualifikation, Donnerstag:

Gruppe G:

Österreich - Israel20.45 Uhr
Nordmazed. - Slowenien20.45 Uhr
Lettland - Polen20.45 Uhr

1. Polen 6 8:2 13
2. Slowenien 6 12:5 11
3. Österreich 6 13:6 10
4. Israel 6 11:11 8
5. Nordmazedonien 6 8:8 8
6. Lettland 6 1:21

Gruppe C:

Weißrussland - Estland18.00 Uhr
Niederlande - Nordirland20.45 Uhr
Gruppe E:
Slowakei - Wales20.45 Uhr
Kroatien - Ungarn20.45 Uhr

Gruppe I:
Kasachstan - Zypern16.00 Uhr
Russland - Schottland 20.45 Uhr
Belgien - San Marino20.45 Uhr