Mit einem Last-Minute-Treffer hat sich Spanien vorzeitig für die Fußball-EM 2020 qualifiziert. Der eingewechselte Rodrigo erzielte am Dienstag im Auswärtsspiel gegen Schweden in der 92. Minute das Tor zum 1:1-Endstand und schoss die Iberer damit als sechste Mannschaft nach Belgien, Russland, Ukraine, Italien und Polen zur kontinentalen Endrunde.

Danach war die Erleichterung bei Teamchef Robert Moreno spürbar. "Es ist großartig, dass wir es jetzt schon geschafft haben. Das nimmt uns vor den letzten Partien im November viel Druck", meinte der Coach. "Für eine Mannschaft wie Spanien ist eine EM-Teilnahme ein Muss. Trotzdem ist es ein schöner Erfolg, wenn man sie fixiert hat."

Große Euphorie wollte im Land des Weltmeisters von 2010 allerdings nicht aufkommen. Sowohl die Leistung in Schweden als auch der Auftritt drei Tage zuvor beim 1:1 in Norwegen ließen in der spanischen Öffentlichkeit Zweifel daran aufkommen, ob Sergio Ramos und Co. im Sommer ein ernsthafter Titelanwärter sein werden.

Besser als die Spanier sind derzeit die Italiener unterwegs - das 5:0 in Liechtenstein war bereits der neunte Länderspielsieg der Squadra Azzurra in Folge. Eine derartige Serie legte die italienische Auswahl zuletzt von 1938 bis 1939 unter Vittorio Pozzo hin. Mit dem legendären Trainer wurde Italien 1934 und 1938 Weltmeister sowie 1936 Olympiasieger. "Zwei Weltmeistertitel und ein Olympiasieg wären schön, aber ich wäre schon mit einem Europameistertitel zufrieden", sagte Italiens Nationalcoach Roberto Mancini.

Schweizer auf Kurs

Blendend gelaunt war auch Mancinis Schweizer Pendant Vladimir Petkovic nach dem 2:0-Heimerfolg über Irland. "Ich möchte meinen Spielern für die mentale, spielerische und physische Überlegenheit gratulieren", sagte der 65-Jährige. Durch den Erfolg sind die Schweizer wieder voll auf EM-Kurs. Bei Siegen in den abschließenden beiden Partien gegen Georgien und Gibraltar wären die Eidgenossen definitiv bei der kontinentalen Endrunde.

Vor dem Match gegen Irland hatten die Schweizer eine 0:1-Niederlage in Dänemark kassiert, die heftige Kritik an Petkovic und seiner Mannschaft zur Folge hatte. "Vor drei Tagen waren wir tot, jetzt leben wir wieder und feiern das", erklärte Petkovic. Der zweite EM-Startplatz in Gruppe D wird wohl im direkten Duell zwischen Dänemark und Irland am 18. November vergeben. (apa/reuters/afp)