Für Barcelona-Star Lionel Messi gibt es vorerst keinen Clasico. - © APAweb / Reuters, Marcelo Del Pozo
Für Barcelona-Star Lionel Messi gibt es vorerst keinen Clasico. - © APAweb / Reuters, Marcelo Del Pozo

Die Unruhen in Katalonien haben nun offiziell den Fußball erreicht. Aus Angst vor Auseinandersetzungen rund um den Clasico zwischen den Erzrivalen des FC Barcelona und Real Madrids wurde das für 26. Oktober in Barcelona angesetzte Spiel auf vorerst unbestimmte Zeit verschoben.

Am eigentlichen Termin des Clasico am Samstag kommender Woche soll in Barcelona eine Großdemonstration der Separatisten stattfinden.
Beide Klubs sollen nun bis zum Montag ein neues Datum vorschlagen, teilte der Verband RFEF auf Twitter mit.Falls es keine Einigung der Vereine gebe, werde das Komitee ein Datum bestimmen.

Medien hatten zuvor unter Berufung auf den RFEF berichtet, der Verband habe beiden Klubs am späten Donnerstagabend in Madrid den 18. Dezember als neuen Termin für die Partie vorgeschlagen. Die beiden Klubs seien damit als neuem Austragungstermin einverstanden, berichteten Medien wie die Zeitungen "AS" und "Marca". Die Profi-Liga sei aber dagegen, den Clasico an einem Mittwoch austragen zu lassen - offenbar wegen befürchteter Einbußen bei den TV-Einnahmen. Sie schlage deshalb den 7. Dezember vor, einen Samstag. Die für diesen Tag angesetzten Spiele Real Madrid gegen Espanyol Barcelona und FC Barcelona gegen Real Mallorca sollten nach dem Willen der Liga schon am 4. Dezember stattfinden.

FC Barcelona hatte Vorgehen gegen Separatisten kritisiert

Zunächst war erwogen worden, das weltweit beachtete Topspiel von Barcelonas Heimstadion Camp Nou ins Bernabeu-Stadion der Hauptstadt verlegen zu lassen. Doch sowohl der FC Barcelona von Superstar Lionel Messi als auch die Madrilenos waren nach Medienberichten dagegen und wollten das Heimrecht nicht tauschen. In der Rückrunde wäre der Clasico in diesem Fall in Barcelona ausgetragen worden.

Neun Separatistenführer waren am Montag vom Obersten Gericht in Madrid wegen ihrer Rolle beim illegalen Unabhängigkeitsreferendum vom Herbst 2017 zu langjährigen Freiheitsstrafen verurteilt worden. Seither kommt es in der Region und speziell in Barcelona immer wieder zu teils gewalttätigen Protesten. Der FC Barcelona hatte in einer offiziellen Mitteilung die Justizentscheidung kritisiert. Gefängnisstrafen seien keine Lösung, der Konflikt müsse durch einen politischen Dialog gelöst werden. Der spanische Meister sprach sich für eine Freilassung der Verurteilten und deren Familienmitgliedern seine Solidarität aus. (apa/dpa)