Kein Cup, kein Europacup, kein Nationalteam - für die Akteure der beiden Wiener Großklubs bleibt damit vorerst nur noch die Meisterschaft. Nach dem mauen (Rapid) beziehungsweise desaströsen (Austria) Saisonstart stehen am Wochenende so etwas wie Schlüsselspiele an, in denen es für beide Mannschaften darum geht, den Anschluss an die Spitze respektive das Meister-Play-off zu halten. Und mit Siegen wären Rapid wie Austria plötzlich sogar wieder auf Kurs Richtung Saisonziel.

Rapid vs. WAC: Der viertplatzierte Rekordmeister könnte sich am Sonntag (17 Uhr/Sky) im Spitzenspiel der Runde gegen den Wolfsberger AC auf Rang drei vorkämpfen und die Kärntner Europacuphelden damit überholen. Mit einem Sieg bliebe man Vizemeister Lask (der am Samstag Mattersburg empfängt) auf den Fersen und hielte zumindest auch die Hoffnung auf den Titel am Leben, sollten sich die Salzburger im Herbst oder Frühjahr (dann werden die Punkte ja geteilt) noch Patzer erlauben.

Die Hütteldorfer sind in der Liga seit fünf Runden ungeschlagen, dementsprechend selbstbewusst ist das Auftreten. "Die Siege in den letzten Wochen haben uns sehr viel Selbstvertrauen gegeben", sagte Coach Dietmar Kühbauer, der auf den zwölften Mann als Zünglein an der Waage setzt. "Wir müssen auch das Publikum nutzen. Wir sind Rapid Wien - das soll nicht überheblich klingen, aber wir haben da echt eine tolle Unterstützung und eine tolle Mannschaft", unterstrich Kühbauer. Und daher sei er "überzeugt, dass wir an diesem Tag als Sieger hervorgehen".

Allerdings sind auch die Wölfe seit sieben Runden unbesiegt und verfügen nach Salzburg über die zweitbeste Offensive des Landes. Vor dem Kräftemessen am Donnerstag in der Europa League mit dem Erdogan-Klub Istanbul Basaksehir komme Rapid als Härtetest gerade recht, meinte Trainer Gerhard Struber. "Es motiviert uns extrem, uns gegen den Rekordmeister beweisen zu können. Es wird für uns eine zache, aber coole Aufgabe. Wir freuen uns richtig darauf."

St. Pölten vs. Austria. Auch die Violetten haben sich dank des Zittersieges gegen Sturm vor der Länderspielpause etwas Luft verschafft und können sich wieder Richtung obere Tabellenhälfte orientieren. Das vorläufige Ziel bis zum Frühjahr - die Meisterrunde - ist für den Siebten bei einem Zähler Rückstand auf den Sechsten (Hartberg) zum Greifen nah. Vorausgesetzt, es gelingt am Sonntagnachmittag (14.30 Uhr) bei Abstiegskandidat St. Pölten ein voller Erfolg.

"Wir wollen in der Tabelle Boden gutmachen. Dafür brauchen wir aber eine klare Leistungssteigerung", sagte Austria-Trainer Christian Ilzer vor der kurzen Reise in die niederösterreichische Landeshauptstadt. Allerdings weiß der frühere WAC-Erfolgscoach, dass am Verteilerkreis noch viel Arbeit auf ihn wartet. "Entsprechend intensiv haben wir in dieser Länderspielpause auch versucht, uns zu verbessern."

Der Fokus lag dabei auf dem Offensivspiel. Man habe versucht, "Qualität und Quantität der Torchancen anständig nach oben zu schrauben", so Ilzer, der nun auf mehr Stabilität hofft. "Natürlich wäre es für uns alle jetzt einmal sehr schön, zwei Spiele hintereinander zu gewinnen."

Paks wundersame Genesung

Beim Gegner erhofft man sich freilich auch Zuwachs zu den bisher gesammelten sechs Pünktchen. Für Verwunderung sorgte an der Traisen indes Nordkorea-Legionär Pak Kwang-ryong. Schließlich sollte der 27-jährige Stürmer nach einem Haarriss im Wadenbein eigentlich nur zur Reha in seine Heimat fliegen, aber nicht - wie geschehen - im WM-Qualifikationsspiel gegen Südkorea 90 Minuten auf dem Spielfeld agieren. Immerhin sollte St. Pölten am Montag, wenn Pak aus dem Flieger steigt, einen fitten Spieler zurückbekommen.

Tipico-Bundesliga, 11. Runde:

Samstag:

Lask - Mattersburg17.00 Uhr
Sturm Graz - Salzburg17.00 Uhr
SCR Altach - Admira17.00 Uhr
Sonntag:
St. Pölten - Austria Wien14.30 Uhr
WSG Tirol - Hartberg14.30 Uhr
Rapid Wien - WAC17.00 Uhr

1. Red Bull Salzburg 10 46:9 28
2. Lask10 18:6 23
3. WAC 10 27:10 22
4. Rapid Wien 10 22:13 20
5. SK Sturm Graz 10 15:10 16
6. TSV Hartberg 10 20:23 12
7. Austria Wien 10 14:20 11
8. SV Mattersburg 10 14:25 10
9. WSG Tirol 10 13:209
10. SCR Altach 10 16:26 7
11. SKN St. Pölten 10 6:29 6
12. FC Admira 10 8:28 5