Bulgariens Fußballverband BFU hat einen neuen Teamchef. Wenige Tage nach dem Rücktritt von Krassimir Balakow präsentierte BFU-Vizepräsident Jordan Letschkow am Montag den 64-jährigen Georgi Dermendzhiew als Nachfolger.

Balakow hatte sein Amt offiziell wegen der enttäuschenden Leistungen in der EM-Qualifikation zurückgelegt. Inoffiziell dürften aber auch die anhaltenden Rassismus-Vorwürfe gegen die eigenen Fans - derer der Verband nicht habhaft wurde - eine Rolle gespielt haben. Das jüngste EM-Qualifikationsspiel gegen England am vergangenen Montag stand mehrmals vor einem Abbruch, am Ende verlor Bulgarien mit 0:6.

Balakow hatte zunächst noch erklärt, nichts von rassistischen Beleidigungen gegen englische Spieler mitbekommen zu haben, sich danach aber distanziert und entschuldigt.

Dermendzhiew übernimmt nun eine außerordentlich schwierige Aufgabe. Zum einen liegen die Bulgaren in der EM-Qualifikationsgruppe A mit nur drei Punkten aus sieben Spielen aussichtslos am Tabellenende, zum anderen werden harte Strafen seitens des Fußball-Europaverbandes Uefa erwartet. Zu allem Überdruss herrscht auch in der Verbandsführung Chaos. Der bisherige Präsident Borislaw Michailow musste auf Druck der Regierung ebenfalls zurücktreten, bisher gibt es offiziell noch keinen Nachfolger.

Dermendzhiew hat sich indessen vor allem als Cheftrainer von Ludogorez Rasgrad einen Namen gemacht, mit dem er von 2015 bis 2017 dreimal hintereinander Meister wurde. Zuletzt war er wenige Monate Trainer bei Lewski Sofia. (art)