Das Steirer-Derby (20.30 Uhr/ORF Sport+) ist der Höhepunkt der Dienstagsspiele im ÖFB-Cup-Achtelfinale. Zum ersten Mal seit siebeneinhalb Jahren treffen die beiden Klubs in einem Pflichtspiel aufeinander. Damals, am 28. April 2012, hatte sich Sturm in Graz glücklich mit 2:1 durchgesetzt, Kapfenberg stieg danach ab.

"Wir legen auf den Pokal enormen Wert", ließ am Montag ein glänzend aufgelegter Sturm-Trainer Nestor El Maestro wissen. "Sicher nicht mehr als auf die Liga, aber es ist für mich ganz klar das wichtigste Spiel bis jetzt in dieser Saison." Zwei Tage nach dem klaren 4:0-Auswärtssieg in St. Pölten sagte El Maestro gegen das Schlusslicht der zweiten Liga einen typischen Cupkampf voraus. "Wir müssen bereit sein für einen großen Kampf, das ist das Wichtigste."

Er stellte beim Cupsieger von 2018 zwar "den ein oder anderen" personellen Wechsel in Aussicht. Es werde aber, so El Maestro, "ganz sicher unsere beste Elf" auflaufen. Im Kapfenberg-Lager fieberte man dem großen Schlager entgegen. "Auf so ein großes Spiel in diesem Rahmen haben wir lange warten müssen. Ein Cup-Fight zu Hause gegen Sturm - das sind genau die Matches, für die man Fußball spielt", meinte Trainer Kurt Russ.

Ohne burgenländische und Wiener Klubs, dafür aber etwa mit vier steirischen Vereinen geht die Runde der letzten 16 über die Bühne. Am Mittwoch gastiert Titelverteidiger Salzburg bei Drittligist ASK Ebreichsdorf (18 Uhr ORF1), Bundesliga-Absteiger Wacker Innsbruck empfängt den WAC und der Lask im Bundesligaduell den SCR Altach (20.30/ORF1).

St. Pölten lechzt nach Erfolgserlebnis

Der zweite Höhepunkt am Dienstag ist neben dem Steirer-Derby das Kräftemessen zwischen SKN St. Pölten und SV Ried, das den Auftakt (18/ORF Sport+) macht. Die Niederösterreicher haben nach dem 2:1 in der zweiten Runde gegen Mattersburg in der Bundesliga nicht mehr gewonnen, nach dem 0:4 gegen Sturm am Wochenende lechzen sie nach einem Erfolgserlebnis. Ried hingegen kommt in guter Form und mit fünf Ligasiegen en suite in die NV-Arena. "Gegen St. Pölten sind wir seit Langem einmal nicht in der Favoritenrolle. Wir spielen gegen einen Bundesligisten", sagte Ried-Routinier Thomas Reifeltshammer. "Aber wir haben genug Selbstvertrauen, dass wir dorthin fahren, um eine Runde weiterzukommen."

Zuletzt verloren haben die Oberösterreicher vor mehr als zwei Monaten (1:2 gegen GAK). Aufgrund einiger angeschlagener Spieler muss Trainer Gerald Baumgartner improvisieren. "Dass wir rotieren müssen, ist kein Problem. Die Umstellungen werden einigen Spielern die Chance geben, sich zu zeigen", beruhigte der Trainer, der als Cup-Spezialist gilt.

Schwerer Gegner für Gleisdorf

Daran dürften sich auch die Fans des Gegners erinnern. Denn mit St. Pölten erreichte Baumgartner 2014 als Zweitligist das Endspiel, das 2:4 gegen Salzburg verloren wurde. Ein Jahr zuvor triumphierte er mit Regionalligist Pasching sensationell. Und im Frühjahr 2018 zwang ein von Baumgartner trainierter SV Mattersburg den Favoriten aus Salzburg ins Elfmeterschießen. Jene zwei Niederlagen gegen die Salzburger sind bis dato die einzigen bei Baumgartners 26 Cup-Auftritten als Trainer.

Der FC Gleisdorf indessen ist einer von drei Drittligisten, die am Dienstag gefordert sind. Die Steirer, in der Regionalliga Mitte derzeit Achter, haben mit Bundesligist WSG Tirol den schwierigsten Gegner gezogen. Die Ligakonkurrenten USV St. Anna am Aigen (Tabellendritter) und Union Gurten (4.) bekommen es mit Amstetten beziehungsweise Austria Lustenau (alle 19 Uhr) mit zwei Zweitligisten zu tun. Seitdem Roman Mählich in Lustenau als Trainer fungiert, hat die Mannschaft fünf von sechs Pflichtspielen gewonnen. (apa)