Der LASK ist seit Donnerstagabend wieder voll im Aufstiegsrennen in der Fußball-Europa-League. Österreichs Vizemeister feierte nach einem 0:1-Rückstand noch einen klaren 4:1-Heimsieg im Linzer Stadion gegen PSV Eindhoven und hält damit wie die Niederländer nach vier Spielen bei sieben Zählern. Aufgrund des besseren direkten Vergleichs sind die Athletiker vor PSV auf Rang zwei in der Gruppe D.

Neuer Spitzenreiter ist Sporting Lissabon (9) nach einem 2:0-Sieg beim weiter punktlosen Schlusslicht Rosenborg Trondheim. Der Erfolg des LASK war völlig verdient. Nach einem zu Unrecht gepfiffenen Elfmeter, den Daniel Schwaab (5.) verwertete, sorgten Reinhold Ranftl (56.) und Dominik Frieser (60.) mit einem Doppelschlag sowie "Joker" Joao Klauss (78., 82.) mit einem Doppelpack noch für die Wende. Die Truppe von Chefcoach Valerien Ismael blieb damit nach dem glücklichen 0:0 in den Niederlanden auch im zweiten Duell mit Gruppenfavorit PSV unbesiegt. Nächste Hürde ist am 28. November (21.00 Uhr) Rosenborg auswärts, Sporting und PSV matchen sich im Topduell.

Die Partie hätte für die Linzer nicht schlechter beginnen können. James Holland blockte eine Dumfries-Hereingabe völlig unnötig mit der Hand knapp außerhalb des Strafraums ab, der rumänische Schiedsrichter Radu Petrescu zeigte trotzdem auf den Elfmeterpunkt. Video-Schiedsrichter gibt es in der Europa League in der Phase leider keinen. Schwaab nahm das Geschenk an, verwandelte trocken, für ÖFB-Teamgoalie Alexander Schlager war nichts zu halten.

Gefährlich im Finish

Die Gastgeber zeigten sich vom frühen Rückstand aber unbeeindruckt. Die Partie entwickelte sich genau umgekehrt zu jener in den Niederlanden, wo noch PSV den Ton angegeben, aber das Tor nicht getroffen hatte. Diesmal fehlte den Linzern vorerst in mehreren Situation die Kaltschnäuzigkeit im Abschluss. PSV-Tormann Jeroen Zoet parierte einen Ranftl-Schuss (7.), ein weiterer von Thomas Goiginger (13.) ging am Gehäuse vorbei.

Noch gefährlicher wurde es im Finish der ersten Hälfte. Zuerst landete ein gut angetragener Michorl-Weitschuss (36.) auf dem Tornetz, dann konnte Erick Gutierrez in höchster Not den Ball bei einer Frieser-Chance (37.) mit dem Bauch knapp vor der Linie klären. PSV lauerte fast ausschließlich auf Konter, kam vor der Pause aber abgesehen vom Elfmeter zu keiner einzigen Einschussmöglichkeit.

Das änderte sich nach Wiederbeginn. Deutlich mehr vom Spiel hatten aber nach wie vor die Hausherren. Zoet konnte sich bei einem Trauner-Kopfball (50.) noch auszeichnen, machte dafür aber sechs Minuten später nicht die beste Figur. Über den starken Marvin Potzmann, Marko Raguz und glücklich von einem PSV-Fuß kam Ranftl im Strafraum zum Abschluss und bezwang den PSV-Schlussmann. Im Gegenzug vergab Dumfries (57.) die Chance auf die neuerliche Führung. Wieder zwei Minuten später konnte Rosario bei einem Potzmann-Schuss auf der Linie klären. Das 2:1 war aber nur aufgeschoben. Die Linzer schalteten perfekt um, Zoet konnte einen Goiginger-Schuss zwar noch parieren, war gegen den Volley-Abstauber von Frieser aber machtlos.

Auf der anderen Seite erlebte Schlager einen ziemlich ruhigen Abend, musste sich nur einmal im Duell mit Bruma (74.) richtig auszeichnen. Für den Schlusspunkt sorgte der Brasilianer Klauss. Die Hoffenheim-Leihgabe traf zuerst nach Ranftl-Flanke und dann auch noch nach Goiginger-Hereingabe jeweils per Kopf. Das Tor zum Sechzehntelfinale ist damit für die Linzer wieder offen. Für die auch in der Liga schwächelnden Niederländer war es der nächste Rückschlag.

 

WAC nach 0:3 gegen Basaksehir: "Es ist nichts vorbei"

Für den WAC hingegen sind die jüngsten beiden Partien gegen Istanbul Basaksehir nach fulminantem Start in die Gruppenphase bitter verlaufen. Dem Auswärts-0:1 vor zwei Wochen folgte am Donnerstag in Graz trotz lange offener Partie ein 0:3, das die Aufstiegschancen stark verringerte. Von Aufgabe will man aber nichts wissen. "Es ist nichts vorbei", sagte Coach Gerhard Struber.

Tatsächlich ist rein rechnerisch für den WAC beim Debüt in der Gruppenphase noch alles möglich. Allerdings nicht mehr aus eigener Kraft. Basaksehir führt Gruppe J mit 7 Zählern vor Borussia Mönchengladbach und der AS Roma (je 5) an, die Kärntner sind mit 4 Punkten Letzter. Gladbach ist am 28. November in Graz zu Gast. Abgeschlossen wird das WAC-Programm am 12. Dezember in Rom. "Wir wissen, was wir bewerkstelligen können", erklärte Struber, der mit seiner Truppe zum Auftakt auswärts Gladbach mit 4:0 düpierte und zuhause ein 1:1 gegen Roma holte. (apa)