Zwei Spieltage vor Schluss der klassischen EM-Qualifikation haben erst sechs Nationen die Fahrkarte zur Euro 2020 gelöst: Spanien, Italien, Polen, Belgien, Russland und die Ukraine sind fix bei den paneuropäischen Spielen mit dabei. Ab Donnerstag bis kommenden Dienstag werden nun die restlichen 14 Plätze vergeben - so kann sich auch Österreich nach 2016 zum zweiten Mal für eine EM-Endrunde auf sportlichem Wege qualifizieren, so am Samstag (20.45 Uhr) gegen Nordmazedonien zumindest ein Punkt gelingt. Die restlichen vier Teilnehmer werden dann erst im März - also lange nach der Gruppenauslosung am 30. November - via Nations-League-Play-off eruiert.

Ein Überblick über das Qualifikationsfinale in den zehn Pools:

Gruppe A: Tabellenführer England kann am Donnerstag in Wembley (20.45 Uhr/Dazn) das Ticket mit einem Sieg gegen Montenegro im 1000. Länderspiel der Three Lions lösen. Dahinter gibt es das direkte Duell in Pilsen zwischen Tschechien (12 Punkte) und Kosovo (11) um Platz zwei, wobei der Außenseiter vom Balkan unter Zugzwang ist. Am Sonntag empfangen die Kosovaren dann England, die Tschechen müssen nach Bulgarien. Immerhin hätten Valon Berisha und Co. als Trostpflaster einen Fixplatz im Play-off der D-Liga, wo Nordmazedonien, Georgien und Weißrussland die Gegner wären.

Gruppe B: Hinter den qualifizierten Ukrainern darf sich Titelverteidiger Portugal für Platz zwei keine Blöße mehr geben. Mit Siegen am Donnerstag (20.45 Uhr) daheim gegen Litauen und am Sonntag auswärts in Luxemburg ist die Aufgabe für die Elf um Superstar Cristiano Ronaldo aber machbar. Die um einen Punkt zurückliegenden Serben empfangen noch Luxemburg und die Ukraine.

Gruppe C: Deutschland hat es weiterhin selbst in der Hand: Mit einem Sieg am Samstag in Mönchengladbach gegen Weißrussland und einem Remis am Dienstag in Frankfurt gegen Nordirland ist die EM-Teilnahme sicher eingefahren. Auch die punktegleichen Niederländer haben sehr gute Chancen, sich erstmals seit 2014 wieder für ein Endrundenturnier zu qualifizieren. Sogar bei einer knappen Niederlage in Nordirland und einem anschließenden Heimerfolg gegen Estland ist die EM-Teilnahme unter Dach und Fach. Den kampfstarken Nordiren bliebe immerhin ein Play-off-Platz, wenn der Drei-Punkte-Rückstand auf die beiden großen Nationen nicht wettgemacht werden kann.

Gruppe D: Hier haben Dänemark und die Schweiz die besten Karten auf die beiden vorderen Plätze: Während Tabellenführer Irland (12) spielfrei ist, können am Freitag sowohl die punktegleichen Dänen (zuhause gegen Gibraltar) als auch die Schweiz (11/zuhause gegen Georgien) vorbeiziehen. Am letzten Spieltag gastieren die Eidgenossen dann in Gibraltar, während die Iren in Dublin einen Sieg gegen Dänemark benötigen, um als einer der Co-Gastgeber an der EM teilzunehmen.

Gruppe E: Vizeweltmeister Kroatien (14) reicht am Samstag in Rijeka ein Remis gegen die drittplatzierte Slowakei (10) für den Sprung zur EM. Dahinter gibt es einen Dreikampf um Platz zwei zwischen Ungarn (12/gastiert im letzten Spiel am Dienstag in Wales), der Slowakei (empfängt zum Abschluss Aserbaidschan) und EM-Halbfinalist Wales (8), der zunächst am Samstag in Baku zum Siegen verdammt ist und auf Schützenhilfe angewiesen ist.

Gruppe F: Hinter Spanien rittern Schweden (15) und Rumänien (14) um das zweite Gruppenticket. Im direkten Duell am Freitag in Bukarest benötigen die Rumänen zunächst einen Sieg - bevor dann zum Abschluss in Madrid der Gruppensieger wartet. Den Schweden reicht somit ein Punkt in Bukarest und ein Heimsieg gegen die Färöer zur Teilnahme.

Gruppe G: In der Österreich-Gruppe hat Polen die Qualifikation bereits geschafft, der ÖFB-Auswahl (16) reicht schon ein Punkt gegen die drittplatzierten Nordmazedonier (11), um im Prater eine EM-Party steigen zu lassen. Die Balkan-Kicker haben wie Slowenien und Andreas Herzogs Israeli (je 11) nur noch theoretische Chancen, weil die Österreicher den nötigen Punktgewinn auch am Dienstag bei den desolaten Letten nachholen können.

Gruppe H: Die Türkei (19) und Frankreich (19) sind klar auf EM-Kurs. Den Türken reicht am Donnerstag (18 Uhr) in Istanbul ein Unentschieden gegen den einzig verbliebenen Rivalen Island (15), die Franzosen müssen in Saint-Denis gegen Moldawien (20.45 Uhr) gewinnen, um alle Zweifel zu beseitigen. Skandalös ist wohl, dass die Uefa das Verfahren gegen die Türkei wegen der Spieler-Salute anlässlich des türkischen Angriffskriegs in Syrien nicht abgeschlossen hat - eine allfällige Bestrafung also zu spät käme.

Gruppe I: Belgien (24) und Russland (21) sind fix qualifiziert - im direkten Duell geht es am Samstag in St. Petersburg um den Gruppensieg.

Gruppe J: Italien steht als Sieger bereits fest, dahinter steht Finnland (15) vor der Turnierpremiere - als 34.Nation in der EM-Geschichte. Dafür reicht am Freitag in Helsinki bereits ein Heimsieg gegen Liechtenstein, ehe es nach Griechenland geht. Armeniens und Bosniens (je 10) Chancen sind nur noch marginal.