Der letzte Fixplatz für die Fußball-EM 2020 wird am Dienstagabend im Dreikampf zwischen Ungarn, der Slowakei und Wales vergeben. In einem echten Finale ums EM-Ticket sind vor allem die aktuell noch zweitplatzierten Ungarn gefordert, die nur bei einem Auswärtssieg in Cardiff durch wären. Das gilt auch für die Waliser. Die Slowakei muss daheim gegen Aserbaidschan gewinnen und auf ein Remis auf der Insel hoffen.

Die bei der EM 2016 bis ins Halbfinale vorgestoßenen Waliser schienen nach dem Start in die Qualifikation ähnlich wie Österreich bereits im Hintertreffen, arbeiteten sich aber Schritt für Schritt an die vorderen Ränge heran, wobei Vizeweltmeister Kroatien den Gruppensieg souverän einfuhr. Vier Qualifikationsspiele sind die Drachen in Gruppe E bereits ungeschlagen, beim 2:0 in Aserbaidschan am vergangenen Samstag konnte der walisische Teamchef Ryan Giggs sogar die Kräfte seiner Starspieler schonen.

Momentum bei Giggs-Truppe

So wurde Juventus-Mittelfeldspieler Aaron Ramsey erst nach einer Stunde Spielzeit für Real Madrids Gareth Bale eingetauscht. Am Dienstag soll das körperlich nach Verletzungen noch nicht voll fitte Duo freilich von Beginn an spielen. "Wir haben uns eine Art von Momentum erarbeitet, was schwer ist im internationalen Fußball", sagte Giggs. Seine Spieler würden Selbstvertrauen ausstrahlen. "Wir hatten nun vier gute Spiele in Serie, die wir gebraucht haben. Wir mussten stark sein und wir waren stark", hielt der ehemalige Manchster-United-Star fest. Bei den Ungarn wird Salzburgs Dominik Szoboszlai in der Startelf stehen. Die Generalprobe misslang den Magyaren allerdings. Der Test gegen Uruguay im Eröffnungsspiel der neuen Puskas-Arena ging an Freitag 1:2 verloren. Adam Szalai erzielte den Treffer für die wie auch Wales nicht gerade schussgewaltigen Ungarn. Erst acht Tore in sieben Matches haben die beiden Kontrahenten jeweils erzielt. Das Hinspiel im Juni konnte Ungarn knapp mit 1:0 für sich entscheiden.

Wer auch immer aus dem Trio das letzte EM-Qualifikationsticket holt - für die beiden Verlierer gibt es noch eine allerletzte Chance: Über die Nations League wären alle drei Nationen für das Play-off (im März 2020) startberechtigt. Vor allem EM-Achtelfinalist Ungarn hofft als Co-Gastgeber auf eine Teilnahme, zumal es dann in Gruppe F fix zu einem Duell mit Deutschland käme.

Die Elf von Joachim Löw ist seit Samstagabend ebenfalls schon fix durch - zwischen Deutschland und den Niederlanden geht es am Dienstag in Gruppe C aber noch um Platz eins, wobei die Deutschen diesen mit einem Heimsieg gegen Nordirland (fix im Play-off) in Frankfurt einfahren würden. Die Niederländer treten in Amsterdam gegen Estland an. "Ich glaube schon, dass wir sehr motiviert sein werden, auch Erster zu werden, und das wollen wir mit einem Sieg", erklärte Deutschlands Routinier Toni Kroos.