Der Arbeitsplatz von Trainer Lucien Favre bei Borussia Dortmund ist nach einer Gala von Lionel Messi immer stärker in Gefahr. Der kriselnde Bundesligist verlor am Mittwoch beim FC Barcelona 1:3 und droht damit das Achtelfinale in der Champions League zu verpassen. Für Favre wird es damit immer enger, nachdem die Kritik in den vergangenen Wochen schon stark zugenommen hatte.

Während Barcelona im 700. Pflichtspiel von Messi das Weiterkommen perfekt machte, fällt für Dortmund die Entscheidung erst im letzten Spiel am 10. Dezember gegen Slavia Prag. Die Borussia ist dabei sogar auf Schützenhilfe von Barcelona im Parallel-Spiel bei Inter Mailand angewiesen. Bereits im Achtelfinale steht RB Leipzig nach einem 2:2 bei Benfica Lissabon, Boss Oliver Mintzlaff will nun "weiter kommen".

Luis Suarez (29.), Messi (33.) und Antoine Griezmann (67.) besiegelten im Nou Camp die verdiente BVB-Niederlage. Dortmunds Treffer von Jadon Sancho (77.) war zu wenig. Für den Unterschied sorgte wieder einmal Messi, der bei seinem Jubiläum an nahezu allen Aktionen beteiligt war. Die Tore von Suarez und Griezmann legte der Argentinier mustergültig auf, den zweiten Treffer erzielte Messi nach Vorarbeit von Suarez selbst. Es war sein 609. Treffer im Trikot der Blaugrana. Entsprechend wurde der Mann mit der Nummer zehn gefeiert.

"Wenn er den Ball hat, ist er brandgefährlich", meinte Favre. "In Topform ist Messi der beste Fußballer, den ich je gesehen habe. Sehr schwierig zu verteidigen, eine große Herausforderung, die wir nicht gemeistert haben", sagte Dortmunds Abwehrchef Mats Hummels. Für ihn blieb wie seinen Nebenleuten oft nur die Statistenrolle. Der 1,70 Meter große Messi gewann sogar Kopfballduelle im Strafraum der Deutschen. Der ebenfalls umstrittene Barca-Coach Ernesto Valverde stellte zufrieden fest: "Wir waren in der härtesten Gruppe dieses Bewerbs und einmal mehr haben wir vorzeitig den Aufstieg geschafft."

Valverde darf sich wieder ein wenig zurücklehnen, sein Gegenüber Favre nicht. Eine weitere Niederlage bei Hertha BSC am Samstag darf sich der Schweizer kaum mehr erlauben, nachdem es zuletzt beim FC Bayern (0:4) und gegen Paderborn (3:3) schwache Auftritte gegeben hatte. "Es ist eine sehr schwierige Phase. Ich bin überzeugt, dass wir es schaffen werden", sagte Favre mit Blick auf seine Situation.

Leipzig will "weiter investieren"

In Leipzig jubelte indessen ein Bundesliga-Konkurrent. RB steht erstmals in der K.o.-Phase der Champions League. "Für einige Jungs ist ein Lebenstraum in Erfüllung gegangen - gerade für die Spieler, die schon seit der dritten und zweiten Liga im Klub sind", sagte Trainer Julian Nagelsmann, dessen Elf der Ausgleich erst in der Nachspielzeit gelang. Emil Forsberg traf per Elfmeter (90.) und legte noch per Flugkopfball (95.) nach.

Unter jenen Akteuren, die schon in der zweiten Liga für Leipzig spielten, sind Marcel Sabitzer und Stefan Ilsanker. Ersterer spielte gegen Benfica wie Konrad Laimer durch, Ilsanker wurde von Nagelsmann nicht ins Aufgebot nominiert. Die Sachsen peilen zum Abschluss in Lyon nun den Gruppensieg an. RB-Boss Mintzlaff freute sich auf den Zahltag. "Das Geld, was in die Kasse kommt, ist mehr als nur ein nettes Nebengeräusch. Das werden wir wieder investieren", versprach er und blickte auf das nächste Ziel: "Wir wollen jetzt weiter als bis ins Achtelfinale kommen. Der Fan wünscht sich sicher Barcelona, wir wünschen uns eine machbare Aufgabe." (apa/dpa)