Am Dienstag wird der FC Liverpool in Österreich in aller Munde sein. Im abschließenden Gruppenspiel der Champions League gastiert der Titelverteidiger beim Finalspiel um den Aufstieg in die K.o.-Runde in Salzburg, der österreichische Meister hat dabei die historische Chance, die Star-Equipe von Trainer Jürgen Klopp zu eliminieren.

Dieser hat am Mittwoch ein besonderes Jubiläum gefeiert. Ausgerechnet ein 5:2 an der Anfield Road im Merseyside-Derby gegen Everton war der 100. Sieg des Deutschen als Trainer von Liverpool in der Premier League. "Alle Tore waren unglaublich, herausragend, wunderbar. Ich habe alle genossen", sagte ein überglücklicher Klopp.

Dass nicht die Bestbesetzung auf dem Platz zu sehen war, fiel nicht ins Gewicht. Der Vizemeister gewann 14 von 15 Ligaspielen und liegt mit einem Plus von acht Zählern auf Leicester City unangefochten an der Spitze. Für den Verfolger läuft es auch weiter nach Wunsch. Das 2:0 gegen Watford, bei dem Christian Fuchs durchspielte, war der siebente Sieg en suite, womit ein im März 1963 aufgestellter Vereinsrekord egalisiert wurde. Hauptverantwortlich dafür war einmal mehr Jamie Vardy, der im siebenten Spiel in Folge und zum insgesamt 14. Mal traf.

Liverpool reicht in Salzburg ein Punkt

Auch Liverpool durfte sich dank der mittlerweile 32. Liga-Partie ohne Niederlage in Folge über einen Klub-Rekord freuen. Die letzte Pflichtspiel-Niederlage gab es am 17. September mit dem 0:2 in Neapel in der Champions League. Es folgten 16 Partien ohne Niederlage, wobei 14 Spiele siegreich bestritten wurden. Für die Klopp-Truppe stimmt also die Marschrichtung vor dem Kampf um den Achtelfinal-Aufstieg in der Königsklasse gegen Red Bull Salzburg am 10. Dezember (18.55 Uhr) in Wals-Siezenheim. Da reicht den Engländern ein Punkt für das Weiterkommen. Die Generalprobe dafür hat Liverpool noch vor sich, am Samstag ist man beim Liga-Zwölften Bournemouth zu Gast.

Klopp hatte gegenüber dem 2:1-Sieg gegen Brighton und Hove Albion fünf Änderungen - Mohamed Salah, Roberto Firmino, Jordan Henderson und Alex Oxlade-Chamberlain saßen zu Beginn auf der Bank, Tormann Alisson Becker fehlte wegen einer Rotsperre - vorgenommen. "Die Spieler haben ihre Qualität gezeigt. Ich freue mich sehr für sie", so der 52-Jährige. Mit dem Belgier Divock Origi glänzte ein Stürmer aus der zweiten Reihe mit einem Doppelpack (6., 31.). Daneben trugen sich Xherdan Shaqiri (17.), Sadio Mane (45.) und Georginio Wijnaldum (90.) in die Schützenliste ein.

Niederlage für Mourinho

Everton hat die jüngsten 20 Derbys in allen Bewerben nicht gewinnen können, an der Anfield Road ist man weiter seit 1999 sieglos. Das hatte auch in der Liga Auswirkungen, der Club rutschte auf Rang 18 und damit auf einen Abstiegsplatz ab. Keine einfache Zeit also für den portugiesischen Coach Marco Silva.

Für einen anderen Portugiesen gab es am Mittwoch auch keinen Grund zum Jubeln. Jose Mourinho kassierte mit Tottenham bei seinem Ex-Klub Manchester United eine 1:2-Niederlage. "Sie haben sich den Sieg verdient. Wir müssen einfach mehr Zweikämpfe gewinnen und von Beginn an mit mehr Intensität spielen. United hat uns das in der ersten Hälfte vorgezeigt", gab sich der von den Fans freundlich begrüßte Mourinho als fairer Verlierer. United (21) zog dank einem Doppelpack (6., 49./Elfmeter) des starken Marcus Rashford an Tottenham (20) vorbei und ist nun Sechster. Die Spurs liegen nur auf Platz acht. (apa)