Manchmal kann auch eine freudige Nachricht eine bittere Note haben. So war es wohl für Rapids Trainer Didi Kühbauer, als er im Vorfeld des Wiener Derbys die Botschaft erhielt, dass sein Stürmer Taxiarchis Fountas gerade Vater wird. Der Grieche entschied sich für das Kind und gegen die Austria, die dadurch nötigen taktischen Anpassungen offenbarten sich dann als unerwünschte Nebenwirkungen dieser Vaterwerdung für die Hütteldorfer. Nach verpatzter erster Hälfte reichte es für Rapid aber noch zu einem 2:2.

Wie Rapid mit Fountas agiert hätte, ist wohl nur dem Taktikbuch Kühbauers zu entnehmen. Wofür sich der Rapid-Trainer dann aber entschied, erwies sich als unglücklich, wenn nicht sogar als Griff in den Gatsch. Die Gäste aus Favoriten waren in der ersten Hälfte das deutlich gefährlichere Team mit Chancen für zumindest vier Tore. Nach 45 Minuten stand ein Torschussverhältnis von 12:5 für die Austria.

Starke violette Offensiv-Talente

Sidney Sam traf kurz vor Schluss zum 2:1. - © APAweb / Erwin Scheriau
Sidney Sam traf kurz vor Schluss zum 2:1. - © APAweb / Erwin Scheriau

Allerdings glückten der Austria halt auch nur zwei Treffer. Die frühe Führung nach nur drei Minuten konnte Rapid postwendend egalisieren durch Stefan Schwab, kurz vor der Pause erzielte Benedikt Pichler das 2:1. Immerhin die Führung. Dafür verantwortlich waren bei der Austria vor allem drei Herren in der Offensive, und man möchte fast Buben sagen angesichts ihrer Jugend. Torschütze Pichler, Dominik Fitz sowie Manprit Sarkaria, der das erste Tor erzielte und zum zweiten den Assist leistete, bereiteten Rapid massive Probleme.

Kühbauer stellt um

Das ist insofern bedeutsam, da bis auf Fitz, der immerhin zehn Mal in der Startelf stand, diese Spieler in der bisher schwachen Austria-Saison kaum zum Einsatz kamen. Retrospektiv betrachtet wohl nicht die beste Entscheidung von Trainer Christian Ilzer. Aber Fehler kann man bekanntlich korrigieren. Wie Kühbauer es auch in der Pause tat.

Der Rapid-Trainer wechselte zweimal, brachte Thomas Murg und Debütant Adrian Hajdari und stellte von einer Fünfter auf eine Vierer-Kette um. Die Grünen bekamen das Spiel besser in Griff, die großen Chancen blieben zunächst aber aus. Von der Strafraumgrenze traf Dejan Ljubicic dann aber nach 69 Minuten zum Ausgleich. In der Schlussphase vergab Rapid dann noch drei richtig gute Chancen auf den Sieg, ähnlich der Austria vor dem Pausenpfiff.

In den weiteren Sonntagpartien der 17. Bundesliga-Runde gab es zwei Auswärtserfolge. Altach siegte bei Sturm Graz durch ein Tor in der Nachspielzeit von Ex-DFB-Teamspieler Sindey Sam mit 2:1, die Admira gewann in Mattersburg ebenfalls 2:1. In Graz sowie im Burgenland hatten die Gastgeber jeweils in mit 1:0 in Führung gelegen. (sir)