Nach der Champions League ist vor der Europa League. Und also war die Enttäuschung bei Red Bull Salzburg über das bittere Ausscheiden aus der Champions League mit der 0:2-Heimniederlage gegen den FC Liverpool auch nur von kurzer Dauer. Trainer Jesse Marsch ortete trotz der vielleicht besten Saisonleistung - vor allem in der ersten Hälfte vor den beiden Toren von Naby Keita und Mo Salah lieferte man dem Titelverteidiger einen offenen Schlagabtausch - weiteres Steigerungspotenzial.

Der Fokus ist nun auf den zweiten Europacup-Bewerb gerichtet. Die Auslosung erfolgt am Montag (13 Uhr) in Nyon, Salzburg ist als einer der besten Gruppendritten der Champions League gesetzt. "Wir können diesen Bewerb gewinnen", sagte Marsch. Vor zwei Jahren war seine Mannschaft, die sich seither trotz der vielen Abgänge weiterentwickelt hat, mit seinem Vorgänger Marco Rose im Halbfinale gestanden. Mit dem Linzer ASK, der sein letztes Europa-League-Gruppenspiel am Donnerstagabend gegen Sporting Lissabon bestreitet, ist eine zweite rot-weiß-rote Mannschaft dort vertreten.

Salzburg "wie eine unerbittliche Maschine"

Beide österreichischen Klubs haben bisher international für Furore gesorgt. Trotz der Niederlage der Salzburger waren es nicht nur Höflichkeitsfloskeln, die Marschs Gegenüber Jürgen Klopp für dessen Elf übrig hatte. "Allerhöchsten Respekt", sagte der deutsche Coach, für den ein Champions-League-Achtelfinale gegen seinen Ex-Klub Borussia Dortmund nun möglich ist.

Auch die englische Presse war voll des Lobes nicht nur für den englischen Tabellenführer, sondern auch den österreichischen Meister. "Es war alles andere als leicht", urteilte die Zeitung "The Guardian". Auch das Boulevardblatt "The Sun" sah ein "irrsinnig schweres Spiel", für den "Independent" war Salzburg "eine unerbittliche Maschine, die ihre Ambitionen nicht aufgeben wollte". Was die Champions League betrifft, müssen Marsch und Co. dies freilich dennoch tun. Doch die Europa League kommt bestimmt.