Salzburg gegen Eintracht Frankfurt – diese legendäre Europacupschlacht von vor 25 Jahren erlebt im Februar eine Neuauflage. Im Sechzehntelfinale der Europa League (20./27. Februar) gastieren mit Eintracht-Coach Adi Hütter und ÖFB-Abwehrrecke Martin Hinteregger zudem zwei "Ex-Bullen" in Wals-Siezenheim, die Salzburg nicht unbedingt im besten Einvernehmen verlassen haben. Es ist jedenfalls ein brisantes und attraktives Los, das am Montag in Nyon für den heimischen Serienmeister und Umsteiger aus der Champions League gezogen wurde.

Auch für den Lask als zweiten verbliebenen rot-weiß-roten Europacup-Vertreter gibt es im ersten K.o.-Duell eine Art Wiedersehen – mit einem Team aus den Niederlanden nämlich. Nachdem in der Gruppenphase schon Vizemeister PSV Eindhoven eliminiert worden ist, kommt mit AZ Alkmaar der Liga-Vierter aus dem Land von Österreichs EM-Gruppengegner. Auch das ein punkto Aufstiegschancen attraktives Los für die Linzer Athletiker. Beide ÖFB-Vertreter haben zudem im Rückspiel Heimrecht.

Hütter als Europacup-Held

Mit Frankfurt verbinden die Salzburger jedenfalls nur gute Erinnerungen, weil nach dem Sieg über die Hessen dereinst 1994 der größte internationale Erfolg des (violetten) SV Salzburg gelandet wurde – Stichwort: Uefa-Cup-Finale. Maßgeblichen Anteil daran hatte der schussgewaltige Mittelfeldakteur Hütter, der im Viertelfinal-Duell gegen die Eintracht zum 1:0-Sieg in Wien traf und auch seinen Penalty im Rückspielkrimi versenkte. Nach seinen Trainerlehrjahren bei den Red Bull Juniors und dem Sensationslauf mit Grödig durfte er als Cheftrainer bei Salzburg in der Saison 2014/15 die Mannschaft zum Double führen.

Die Trennung nach nur einer Saison verlief aber nicht ganz freiwillig, weil Hütter den Ausverkauf seiner Mannschaft nicht goutierte. Damit hat er etwas mit Hinteregger gemein, der in seinen sechs Jahren das Salzburger Klubdasein als RB-Leipzig-Filiale immer wieder kritisierte. Als der Teamspieler in der vergangenen Saison bei Augsburg zusehends unglücklicher wurde und dies auch offen ansprach, schlug Hütter zu und lotste seinen Lieblingsspieler an den Main. Gemeinsam feierten sie heuer den Einzug ins Halbfinale der Europa League sowie Platz sieben in der Bundesliga.

In der Herbstsaison läuft es für Frankfurt aber nicht ganz so rund, nach etlichen Abgängen rangiert man nur auf Platz zwölf, in der Europa League gelang mit drei Siegen und ebensovielen Niederlagen der Aufstieg nur knapp. Im Hinspiel in der Commerzbank-Arena erwartet die Salzburger der wohl treueste und leidenschaftlichste Anhang der deutschen Bundesliga – dafür muss Hinteregger wegen einer Gelbsperre zuschauen.

Beschaulicher nehmen sich indes die Verhältnisse beim Gegner des Lask aus: Der Klub aus der 110.000-Einwohnerstadt in Nordholland konnte zuletzt vor zehn Jahren groß aufzeigen, als 2009 in der Eredivisie der Meistertitel gelang. Derzeit schickt sich die junge Truppe von Trainer Arne Slot an, daran anzuknüpfen – in der Tabelle liegt der AZ Alkmaar punktegleich mit Ajax auf Platz zwei. Mit Ron Vlaar verfügt man über einen ehemaligen Auswahlspieler der Oranje, mit Calvin Stengs über einen kommenden. Anders als beim Lask gab es in der Gruppenphase nicht wirklich große Heldentaten: Hinter Manchester United und einen Punkt vor Partizan Belgrad glückte der Aufstieg.

Deutsche im Insel-Duell

Auch die Achtelfinal-Auslosung der Champions League brachte jede Menge brisante Schlager: In der Neuauflage des "Finale dahoam" (2012) kommt es für die Bayern zum Wiedersehen mit Chelsea; ebenfalls auf die Insel müssen die Kicker von RB Leipzig, die Vorjahresfinalist Tottenham gezogen haben. Der nominell wohl größte Hit ist jener zwischen Rekord-Titelträger Real Madrid und Englands Meister Manchester City. Am 18. Februar starten die ersten Spiele der K.o.-Phase.