Halb Europa will sich seine Dienste sichern. Erling Haalands Vertrag in Salzburg läuft noch bis 2023, früher oder später wird der 19-jährige Norweger aber in eine größere Liga wechseln. Im Interview mit der APA (Austria Presse Agentur) spricht Österreichs frischgebackener Fußballer des Jahres über die Bedeutung der Auszeichnung und seine Karriereziele.

"Wiener Zeitung": Sie sind nicht nur der erste ausländische Spieler seit zehn Jahren, sondern auch Österreichs bisher jüngster Fußballer des Jahres. Was bedeutet Ihnen diese Auszeichnung?

Erling Haaland:Für mich ist das eine große Sache. Der Jüngste überhaupt und der Erste aus dem Ausland seit zehn Jahren - das ist schon etwas Spezielles. Es ist eine Ehre für mich. Deshalb möchte ich mich bei den Trainern, die die Wahl durchgeführt haben, und bei meinen Mitspielern bedanken.

Sie haben mitunter schon Teamkollegen beim Elfmeter den Vortritt gelassen. Wie wichtig sind Ihnen individuelle Erfolge?

Das ist etwas, worüber ich mir nicht so viele Gedanken mache. Es kommt auf natürliche Art und Weise, wenn man gut spielt. Für mich ist so etwas auch nicht von Toren abhängig, sondern davon, ein Teamplayer zu sein, meinen Kollegen zu helfen und meinen Klub zu einem besseren Klub zu machen.

Was war für Sie das Highlight des Jahres 2019?

Das ist sicher mein Champions-League-Debüt gewesen (6:2 gegen Genk/Anm.). Der Klub musste so lange darauf warten. Als wir dann endlich dort waren, haben wir die Chance beim Schopf gepackt. Das war wirklich gut. Natürlich haben mich meine drei Tore auch sehr gefreut.

Sie haben insgesamt acht Tore erzielt in der Champions League. Was ist Ihr geheimes Rezept für diesen Bewerb?

Das ist eine sehr gute Frage. Wenn ich Sie wäre, würde ich das auch wissen wollen. Aber ich weiß es selbst nicht so genau. Vielleicht geht es einfach nur darum, sich selbst treu zu bleiben und jeden Tag als Fußballer zu genießen. Und selbstverständlich braucht man eine gute Mannschaft und ein gutes Betreuerteam.

Welche Bedeutung hat die Champions League an sich für Sie?

Es war immer ein Traum. Man wächst damit auf, man schaut sich als Kind ständig die Spiele an. Es ist der Traum jedes Spielers, so viel wie möglich in seiner Karriere in diesem Bewerb zu spielen.

Im ersten Halbjahr nach dem Wechsel aus Norwegen haben Sie nicht regelmäßig gespielt. Wie war diese Phase für Sie?

Natürlich war es da schwierig. Es war ein neues Land, eine neue Sprache und ein neuer Klub. Außerdem bin ich mit einer Verletzung nach Salzburg gekommen. Aber das Training war gut, und alle Menschen rund um mich waren gut zu mir. Das hat mir auch Sicherheit gegeben. So habe ich Vertrauen aufgebaut in das, was ich tue, und dann kam der Erfolg.