Es sind gefühlt nicht 30 Jahre, die seit dem bisher letzten Meisterschaftsgewinn des FC Liverpool vergangen sind, nicht eine halbe Ewigkeit also, sondern gleich eine ganze. Mindestens. Doch in dieser Saison ist der 19. Triumph zum Greifen nahe - spätestens seit dem 4:0-Sieg über Leicester City am traditionellen Boxing Day, andernorts als Stefanitag bekannt, zweifelt kaum jemand mehr daran, dass der Titel nur über die Mannschaft von Trainer Jürgen Klopp führen kann. Es wäre gewissermaßen umgekehrt konsequent: Schließlich ist Liverpool aktueller Champions-League-Titelträger und Klubweltmeister. Nur der Titel in der heimischen Liga fehlt noch zur Glückseligkeit in Rot.

Am Donnerstag traf Roberto Firmino für die dominierende Klopp-Elf doppelt (31./74. Minute). James Milner per Handelfmeter (71.) und der überragende Trent Alexander-Arnold (78.) waren ebenfalls erfolgreich. Durch den Sieg bleiben die Reds in der Premier League auch in der 35. Partie in Serie ohne Niederlage.

Dennoch ist Klopp nicht uneingeschränkt glücklich, schon davor hatte er den dichten Weihnachtsspielplan kritisiert - und damit viel Echo bei seinen Kollegen erzeugt. Tottenham-Coach Jose Mourinho hat sich fast wortgleich Klopps Wutrede angeschlossen. "Es ist ein Verbrechen, dass sie am 28. schon wieder spielen müssen", ärgerte sich Mourinho nach dem 2:1 am Donnerstag gegen Brighton and Hove. "Das ist gegen jede Regel der Physiologie und Biologie", sagte Mourinho.

Dass ihm nun gegen Norwich City wegen Gelb-Sperren zudem Schlüsselspieler fehlen, sei "komplett unfair". Auch Leicester-Manager Brendan Rodgers bezeichnete den Spielplan mit Matches alle zwei Tage als "kompletten Unsinn". Brighton-Coach Graham Potter gab sich ebenfalls kritisch, verwies aber auch auf die Strahlkraft und den weltweiten Unterhaltungsfaktor der englischen Liga gerade während der Weihnachtsfeiertage. Und diesmal dürften diese zusätzlich eine Entscheidung herbeigeführt haben. (art)