Der SC Wacker Wien war "Turl" Wagner und "Turl" Wagner war Wacker. So ungefähr. 17 Jahre spielte der legendäre Rechtsverbinder für den Fußballverein aus Meidling, der einmal österreichischer Meister und im Jahr 1951 Zentropapokal-Finalist war. Wagner schaffte es von Wacker in die Nationalmannschaft, wurde 1954 WM-Dritter mit Österreich und erzielte im Viertelfinale, der "Hitzeschlacht von Lausanne" drei Tore. Am Dienstag ist Wagner im Alter von 92 Jahren gestorben.

Turl Wagner ist im 93. Lebensjahr gestorben. - © Daniel Shaked
Turl Wagner ist im 93. Lebensjahr gestorben. - © Daniel Shaked

Theodore, genannt Turl, Wagner hat in der Zeit von Hanappi, Ocwirk, Koller, Happel, Stojaspal zu den Besten gezählt, als Österreichs Fußball nach der Wunderteam-Ära vor dem Zweiten Weltkrieg in den Fünfziger-Jahren ebenfalls in der internationalen Rangliste weit oben angesiedelt war. 22 Tore schoss der am 6. August 1927 in Wien geborene Wagner in 46 Länderspielen (auch als Kapitän).

Der Stolz von Meidling

Er gehörte zu den torgefährlichsten Spielern in Österreich mit 194 Meisterschaftstreffern, obwohl er nur ein sogenannter "Verbinder" war. Der Mann mit der Rückennummer acht war vor allem das Um und Auf der großen Wacker-Mannschaft, die sich 1947 das Double holte, viermal Vizemeister (1948, 1951, 1953, 1956) wurde und gleich 13 Saisonen in Folge unter den ersten Vier landete.

Wacker war der Stolz Meidlings, und Wagner der Stolz dieses Vereins, der 1971 dann mit der Fusion mit der Admira aus Wien verschwand. Turl Wagner war am Ende seiner Karriere im Streit gegangen, erst zum SVS Linz und ein halbes Jahr für die damals nicht erstklassige Mannschaft von Wacker Innsbruck, ehe er als 35-Jähriger seine Karriere beendete und sich mit viel Engagement bis ins hohe Alter seinem Schuhgeschäft in Meidling widmete. In den vergangenen Jahren lebte Wagner in Breitenfurt bei Wien.