So innig die Liebe zwischen Jürgen Klopp, dem FC Liverpool und dessen Anhängern ist, so kompliziert gestaltet sich der Beziehungsstatus zwischen dem deutschen Trainer und dem englischen Fußballverband FA. Am Montag hatte Klopp nach dem peinlichen Cup-Remis gegen Drittligist Shrewsbury Town (2:2) gegen die FA wegen der Ansetzung des dadurch nötigen Wiederholungsspiels, das ausgerechnet in der Winterpause stattfinden soll, gewettert ("Man kann nicht mit uns umgehen, als ob es niemanden kümmert") und in Aussicht gestellt, man werde nur mit einer Nachwuchsmannschaft antreten. Am Dienstag folgte nun der Konter des Verbandes. "Vor Beginn der Saison haben alle Vereine akzeptiert, dass die Wiederholungen der vierten Runde, sofern erforderlich, in der ersten Woche der Pause zwischen den Spielen stattfinden müssen", sagte ein FA-Sprecher laut BBC.

Alle Klubs hätten damit gewusst, dass die Winterpause eingeschränkt sein könnte, wie dies auch bei Tottenham, Southampton und Newcastle der Fall ist. Im Liga-Pokal waren die Reds bereits im Dezember mit der U23 angetreten, weil Klopp mit seinen Stars an der Klub-WM in Katar teilnahm, wo sich der Champions-League-Sieger zum Klub-Weltmeister kürte. Der Nachwuchs flog mit einem 0:5 gegen Aston Villa aus dem Bewerb.

Vorwurf der Überheblichkeit

Nun könnte man auch den prestigeträchtigeren FA-Cup quasi herschenken, um für das Rennen um den ersten Meisterschaftsgewinn seit 30 Jahren ausgeruhte Spieler zur Verfügung zu haben. "Die Spieler brauchen eine Pause, mental und physisch", betonte Klopp.

Eigentlich sollte Liverpool vom 2. bis einschließlich 14. Februar spielfrei haben. "Wir haben einen Brief von der Premier League erhalten, in der sie uns bitten, die Winterpause zu respektieren, keine internationalen Freundschaftsspiele und keine Pflichtspiele anzusetzen", berichtete der Coach. "Ich habe den Jungs schon vor zwei Wochen gesagt, dass wir eine Winterpause machen."

Die Reaktionen auf Klopps Ankündigung waren gemischt. Einige Nutzer warfen dem Trainer in sozialen Medien Überheblichkeit und mangelnden Respekt vor, andere zeigten Verständnis. Shrewsburys Torschütze Jason Cummings äußerte sich enttäuscht. "Persönlich spiele ich natürlich lieber gegen die großen Spieler", sagte er beim Sender BBC. "Das ist beispiellos", empörte sich der TV-Experte Martin Keown, früher Profi beim Liverpool-Rivalen FC Everton, "ich bin wirklich enttäuscht." (red)