Für die A-Mannschaft von Fußballmeister Salzburg geht es international erst in einer Woche weiter, die U19-Auswahl darf sich indessen schon am Mittwoch (16 Uhr MEZ/Puls 4) auf der großen Bühne präsentieren. Im Play-off der Uefa Youth League gastieren die Salzburger Jungkicker bei Titelverteidiger FC Porto – und wie die Erwachsenen mit ihrem Gegner, der von Adi Hütter betreuten Eintracht aus Frankfurt, verbindet auch die beiden Nachwuchsmannschaften, die am Mittwoch gegeneinander aufs Feld gehen, einiges.

Denn nach dem Titelgewinn 2017 – unter dem späteren Erfolgscoach Marco Rose – ging Salzburgs Rekordserie von 14 Siegen en suite ausgerechnet Mitte Februar 2018 mit einer 1:3-Niederlage im Achtelfinale in Porto zu Ende. Nun will die Mannschaft des nunmehrigen Trainers Frank Kramer den Lauf der Portugiesen, die bereits elf Partien ungeschlagen sind, davon sechsmal gewonnen haben, beenden und den Titelverteidiger im Estadio Luis Filipe Menezes aus dem Bewerb werfen. Der Sieger dieses Duells steht im Achtelfinale.

"Gegen den Titelverteidiger zu spielen, wird für uns alle eine große Herausforderung sein. Wenn wir uns durchsetzen wollen, müssen wir eine Topleistung abrufen", betonte Kramer vor dem Abflug nach Portugal. Die Stärken der Portugiesen kennt Kramer genau – und damit zumindest in der Theorie ein Mittel, wie man dagegenhalten kann. "Porto ist eine sehr bewegliche und ballsichere Mannschaft. Wir müssen versuchen, sie rechtzeitig und konsequent mit der nötigen Intensität zu bearbeiten", sagt der Coach.

In der Gruppenphase haben allerdings auch die Salzburger überzeugt. Zwar verpassten sie im letzten Spiel gegen den FC Liverpool den Poolsieg und damit verbunden den direkten Achtelfinaleinzug, davor gab es aber zehn Punkte aus fünf Spielen – und vor allem einen Mann, der mit seinen Leistungen das Interesse mehrerer Topklubs auf sich zog. Karim Adeyemi, im Winter 18 Jahre alt geworden, könnte sich zum neuen Stürmerstar Salzburgs entwickeln – und längerfristig auch bei der A-Mannschaft prominente Abgänge vergessen zu machen helfen. Der gebürtige Münchner war im Sommer 2018 von Unterhaching gekommen und bisher bei Liefering in der zweiten Liga im Einsatz. Die Wintervorbereitung machte er allerdings schon im Team von Cheftrainer Jesse Marsch mit, in der am Wochenende beginnenden Frühjahrssaison der Bundesliga soll er schon für die Einsermannschaft auf Torjagd gehen.

Die Salzburger haben den Vertrag mit dem Nachwuchsjuwel, das ihnen bei seinem Wechsel immerhin drei Millionen Euro wert war, bis 2024 verlängert und damit andere Interessenten ausgestochen. Für Adeyemi, der seinen Spielstil mit jenem von Kylian Mbappé und Pierre-Emerick Aubameyang vergleicht, stehen die Entwicklungschancen im Vordergrund. Gute Auftritte in der Youth League können da freilich nicht schaden.