Frühlingsgefühle wollen bei Sturm Graz nach zwei gespielten Partien - dem Cup-Viertelfinale sowie dem ersten Bundesliga-Spiel nach der Winterpause - sowie den Turbulenzen der vergangenen Tage keine so richtigen aufkommen. Zwar liegen die Grazer in der Tabelle auf dem fünften Rang und haben noch alle Karten im Kampf um die Meisterrunde in der Hand, die Stimmung war aber schon einmal besser. Das offenbarte sich auch durch die öffentliche Diskussion um den Abgang von Günter Kreissl als Geschäftsführer Sport, den Klubchef Christian Jauk am Montag - offenbar ohne Abstimmung mit Kreissl - angekündigt hatte, den dieser dann aber am Dienstag nach einigen Irritationen bestätigte.

Dabei bemühte er sich freilich um versöhnliche Töne. Er habe  die Entscheidung schon im Sommer getroffen, werde bis Saisonende zu 100 Prozent für den Verein tätig sein und diesem vielleicht in anderer Form erhalten bleiben, sagte der 45-Jährige in einer zunächst um einige Stunden verschobenen Pressekonferenz. "Das Wichtigste ist die Gegenwart, von meiner Seite gibt es bis zum Ende der Saison 100 Prozent. Was die weitere Zusammenarbeit betrifft, in einer zu definierenden Position, bin ich offen für Gespräche", sagte Kreissl. Er ist seit 1. Mai 2016 für Sturm als Sportdirektor tätig.

Kampf um die Meistergruppe

Eine konstante Frühjahrssaison und Rang drei in der Fußball-Bundesliga hatte er zuvor als Ziel von Sturm Graz ausgegeben. Der Start ist am Sonntag allerdings missglückt. Die Steirer kassierten mit einem 1:2 gegen Mattersburg bereits die fünfte Niederlage im zehnten Heimspiel und müssen im Kampf um die Meisterrunde noch nachlegen. "Ein mega-enttäuschender Nachmittag", hatte Kreissl gemeint.

Trainer Nestor El Maestro hatte wiederum gemeint: "Wir waren ohne großen Plan und ohne Qualität."

Ein Sieg am kommenden Samstag gegen die Admira würde den Druck wieder abbauen. Bei einer Niederlage droht am 1. März ein kleines "Finale" gegen die sechs Punkte zurückliegende Austria um einen Platz in der Meisterrunde. El Maestro ist überzeugt, dass es dazu aber nicht kommen wird. "Ich bin optimistisch, weil wir eine gefestigte Truppe sind." (red)