Der Dienstag war ein guter Tag für Konrad Laimer. Am Tag vor dem Achtelfinal-Hinspiel in der Champions League bei Tottenham Hotspur (21 Uhr/Dazn) verkündete sein Arbeitgeber - der deutsche Bundesligist RB Leipzig - die Verlängerung des bestehenden Kontrakts mit dem 22-jährigen ÖFB-Teamspieler. Demnach unterschrieb der Salzburger bei den Sachsen bis zum Jahr 2023 und wird nur gegen eine entsprechende hohe Ablösesumme aus Leipzig loszueisen sein. Die Plattform "Transfermarkt" listet den defensiven Mittelfeldspieler aktuell bei 23 Millionen Euro, was Experten durchaus als unterdotiert empfinden. Denn das Red-Bull-Eigengewächs hat im vergangenen Jahr nicht nur einen gewaltigen Reifesprung gemacht, er ist kraft seines Alters auch noch lange nicht am Zenit seiner Karriere. Und in der laufenden Champions-League-K.o.-Phase sowie der bevorstehenden Fußball-EM steht für den Youngster die internationale Erfolgsbühne neben jener in der deutschen Meisterschaft bereit.

Laimer hat sich in dieser Saison zu einer fast unersetzbaren Stütze beim aktuellen Ligazweiten gemausert: Unter Trainer Julian Nagelsmann ist er einer der wichtigsten Akteure und stand in 18 von 22 Ligapartien in der Startelf. Insgesamt absolvierte er für die Red-Bull-Dependance 101 Spiele, seit er vor zweieinhalb Jahren für kolportierte acht Millionen Euro von Salzburg gekommen war.

Nach anfänglichen Schwierigkeiten - unter Ralph Hasenhüttl wurde Laimer kurzfristig sogar zum rechten Verteidiger umgeschult - ist er nun im zentralen Mittelfeld einer der Erfolgsgaranten der Leipziger: Er ist extrem antrittsschnell, im Zweikampf kaum abzuschütteln, und er weiß seine Mitspieler bei erfolgreicher Balleroberung blitzschnell richtig einzusetzen. Beim jüngsten Gipfeltreffen in der Bundesliga mit den Bayern (0:0) war Laimer einer der besten, wenn nicht sogar der beste Spieler auf dem Platz. Der "Kicker" listet ihn heuer im defensiven Mittelfeld unter "Internationale Klasse" - Laimer belegt dort hinter Joshua Kimmich (Bayern) und Charles Aranguiz (Bayer Leverkusen) den dritten Platz.

 

"Herausragende Mentalität"

Dementsprechend fielen am Dienstag auch die Lobeshymnen aus den eigenen Reihen aus: "Konny verfügt über eine herausragende Mentalität und verkörpert als Typ absolut unsere Philosophie. Er hat im Laufe des letzten Jahres fußballerisch und taktisch noch einmal einen enormen Entwicklungssprung gemacht und ist hier zum Leistungsträger gereift", sagte Sportdirektor Markus Krösche. Nachsatz: "Sein Potenzial ist mit Sicherheit noch nicht ausgeschöpft." Laimer wiederum gab in seinem Statement die Blumen umgehend zurück, indem er das "sehr professionelle und ambitionierte Umfeld" lobte, zumal sich das Team zuletzt als gesamtes weiterentwickelt habe.

Von Laimers Höhenflug profitierte freilich auch Österreichs Nationalteam, das nach dem Fehlstart im März in der EM-Qualifikation erst zu siegen begann, als Franco Foda Laimer gegen Slowenien (1:0) debütieren ließ. Sein Stern ging dann beim 4:1-Erfolg in Nordmazedonien so richtig auf, als er der Partie nach anfänglichem Rückstand die Wende gab. "Was der heute abgeliefert hat - überragend", lobte dann auch Abwehrchef Aleksandar Dragovic.

Dennoch übt sich der Mann aus Abersee bei seinen Statements in Bescheidenheit - wohlwissend, dass es nach den drei Doubles mit Salzburg (2015 bis 2017) noch viel mehr zu gewinnen gibt: "Man darf nie wunschlos glücklich sein. Ich hoffe, dass ich in Zukunft meine nächsten Schritte mache und mich als Fußballer und Mensch weiterentwickle. Ich bin sicher noch nicht am Zenit, ich kann noch mehr."

Spurs-Topsturm fällt aus

Eine große Chance für einen nächsten Schritt eröffnet sich eben am Mittwoch, wenn die Leipziger zu Gast beim Champions-League-Finalisten sind, der sich unter José Mourinho langsam wieder der Premier-League-Spitze angenähert hat und aktuell Tabellen-Fünfter ist. Allerdings müssen die Spurs nun längere Zeit auf ihren südkoreanischen Stürmer Son Heung-min verzichten, der soeben in der Liga einen Armbruch erlitten hat; dies ist insofern bitter, als auch Englands Teamkapitän Harry Kane wegen einer schweren Muskelverletzung vorgegeben werden muss. Womit der größte Star (Mourinho) wohl jener auf der Bank sein wird. "Er ist in allen Bereichen abgezockt. Er macht gewisse Dinge in der Coaching Zone mit Kalkül", warnte Nagelsmann, einst "Baby-Mourinho" genannt, vor seinem Pendant bei den Spurs.

Haaland glänzt bei Dortmund-Sieg

Unterdessen glänzte in den Dienstagsspielen ein weiterer Ex-Salzburger. Erling Haaland bescherte den Borussen im Schlager gegen Paris Saint-Germain mit einem Doppelpack den 2:1-Erfolg, bei dem auf der Gegenseite Brasiliens Superstar Neymar traf.

"Ich habe nicht allzu viel nachgedacht, ich habe den Moment genossen", sagte Haaland danach im ersten Interview beim Streamingdienst Dazn. Der 19-Jährige trifft damit weiter am laufenden Band, nachdem er in der deutschen Bundesliga zuvor bereits acht Tore in fünf Spielen erzielt hatte. Sein Erfolgshunger ist weiter groß. "Wir müssen so weitermachen. Ich will in Endspiele", betonte der Norweger.

Die Klub-Verantwortlichen waren von der Vorstellung des Doppel-Torschützen begeistert. "Das ist schon eine Naturgewalt", meinte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke gegenüber Sky.