FC Basel, Rosenborg Trondheim, PSV Eindhoven, Sporting Lissabon: All diese Teams mit schillernder Vergangenheit und durchaus achtbarer Gegenwart hatte der Lask in der aktuellen Europacup-Saison schon auf seiner Abschussliste. Nach der knapp verpassten Champions-League-Gruppenphase "rockte" der einmalige österreichische Meister und Pokalsieger (1965) die Europa League so richtig und bekommt es nun am Donnerstag (21 Uhr/Dazn) als Gruppensieger im Europa-League-Sechzehntelfinale mit einem vermeintlich nicht ganz so gloriosen Gegner zu tun: AZ Alkmaar.

Die Linzer Athletiker mögen gegen den Tabellenzweiten der Eredivisie zwar leichter Favorit sein, dennoch sind sie als Hauptdarsteller eines im modernen Fußball rar gewordenen Märchens auch krasse Außenseiter: Denn zwischen sportlicher Wiederauferstehung, Rückkehr in den Profibetrieb und dem andauernden Erfolgslauf mit Vizemeistertitel, Europacup-Furioso und nunmehriger Tabellenführung liegen nur sechs Jahre.

Auswärts eine Macht

Das Jahr 2020 hat für den Linzer Traditionsklub, der turbulente Jahrzehnte hinter sich hat, jedenfalls nach Maß begonnen: Mit dem zehnten Bundesliga-Auswärtssieg im zehnten Spiel (Bundesliga-Rekord!) wurde das große Vorbild Red Bull Salzburg vom Liga-Thron gestoßen. Der 3:2-Erfolg am Freitag hat bei Kapitän Gernot Trauner und Co. aber bestenfalls das Selbstvertrauen gestärkt und nach der langen Pause die Frühlingsgeister geweckt: "Wir überschätzen uns sicher nicht", meint Trauner, der die Europacup-Gruppenphase als besonders lehrreich erachtet: "Das war schon gut fürs Selbstvertrauen, wenn man weiß, dass man mithalten und teilweise auch spielbestimmend sein kann."

Gegner Alkmaar dürfte stärkemäßig in dieselbe Kategorie wie die bisherigen Europacup-Gegner fallen - der zweifache niederländische Meister liegt momentan sechs Punkte hinter Ajax, musste zuletzt aber zwei Niederlagen einstecken: Gegen Mittelständler Twente gab es - wenige Tage nach dem Cup-Out gegen NAC Breda - eine 0:2-Pleite, womit die Meisterträume des jungen Teams einen herben Dämpfer erlitten.

Trainer Arne Slot lässt wie sein Gegenüber Valerien Ismael sehr offensiv und aggressives Pressing spielen - womit vor allem die Defensive der Schwarz-Weißen gefordert sein wird. "Sie werden hoch attackieren. Das wird eine große Herausforderung, da müssen wir uns auf die Füße stellen", erklärt Abwehrchef Trauner, der auf den nächsten Auswärtscoup samt anschließendem Vorteil beim Entscheidungsmatch am 27. Februar hofft: "Zuhause auf der Gugl ist dann alles möglich."

"Alles ist Bonus"

Trainer Ismael bleibt dabei der bisherigen Erfolgsstrategie treu - unbändiger Glaube an die eigene Stärke samt gelebtem Underdog-Image: "Wir gehen mit extrem viel Freude und viel Ambition in die Partie", meinte der Franzose, der zugleich betonte, nichts zu verlieren zu haben: "Wir haben schon unser Soll erreicht. Alles, was jetzt noch kommt, ist Bonus. Und wir wollen uns diesen Bonus holen." Und dann wäre die wundersame Reise durch Europa noch lange nicht zu Ende.