Und er trifft. Und trifft. Und trifft. Und trifft. Mit vier Toren hat sich Barcelona-Superstar Lionel Messi am Wochenende gegen Eibar für das Hinspiel im Champions-League-Achtelfinale gegen den SSC Napoli am heutigen Dienstagabend (21 Uhr) warmgeschossen, seinem Klub damit zum 5:0-Sieg und - weil Real beim 0:1 gegen Levante ausließ - zur Tabellenführung in Spanien verholfen und Spekulationen über eine Entfremdung zwischen ihm und dem Verein vorerst obsolet werden lassen.

Dabei hatten Berichte, wonach die Klubführung rund um Präsident Josep Maria Bartomeu eigens eine Agentur beschäftigt hatte, die eigenen Spieler via Social Media zu diffamieren, das ohnehin in dieser Saison schon angespannte Verhältnis in der vergangenen Woche auf eine harte Probe gestellt. Schon davor waren Messi und Sportchef Eric Abidal öffentlich aneinandergeraten. Zu den neuerlichen Gerüchten wollte sich Messi im Vorfeld des Spiels in Napoli nicht äußern, er räumte allerdings ein, dass "verrückte Dinge passieren".

Dinge, mit denen sich die Barcelona-Kicker aber vorerst nicht befassen wollen - ebenso wenig wie mit der Bedrohung, die das Coronavirus auch auf den Fußball ausübt. In Italien wurden am Wochenende schon Spiele verschoben, nachdem sich die Erkrankung am Wochenende auch hierher ausgebreitet hatte, am Flughafen wurde den Barcelona-Spielern bei der Ankunft Fieber gemessen.

Das alles soll Messi und Barcelona gegen Napoli nicht aufhalten. Im Vorjahr waren die Katalanen im Halbfinale am späteren Sieger FC Liverpool gescheitert, die Sehnsucht nach dem ersten Titel seit 2015 ist groß. Allerdings gehört Barcelona heuer nicht zu den ganz großen Favoriten. In Luis Suarez fehlt ein Teil des Wundersturms noch länger verletzt, auch Ousmane Dembele ist noch Monate außer Gefecht, weswegen der spanische Tabellenführer sogar per Ausnahmegenehmigung nach Transferschluss noch den dänischen Stürmer Martin Braithwaite verpflichten durfte. Allerdings ist er in der Champions Leage nicht spielberechtigt, womit die Hoffnungen nun erst recht wieder auf Messi ruhen.

Bayern gegen die Erinnerung

Die Konkurrenz kennt dieses Dilemma freilich - und stellt sich entsprechend darauf ein. Seine Mannschaft solle "Messi vom Rest des Teams isolieren", sagt Napoli-Trainer Gennaro Gattuso. Natürlich sei er sich bewusst, dass "Barcelona uns in Schwierigkeiten bringen kann. Wir müssen uns gut vorbereiten und unsere Vorteile ausspielen."

Die Bayern-Fans knabbern noch immer an der Enttäuschung des gegen Chelsea verlorenen Finales 2012. - © dpa/Marcus Brandt
Die Bayern-Fans knabbern noch immer an der Enttäuschung des gegen Chelsea verlorenen Finales 2012. - © dpa/Marcus Brandt

Das will auch die zweite Heimmannschaft in den Dienstagsspielen. Der FC Bayern kämpft dabei nicht nur gegen den FC Chelsea, sondern auch gegen die Erinnerungen. Vor acht Jahren hatte der Klub das zum "Finale dahoam" stilisierte Endspiel gegen die Blues im Elfmeterschießen verloren. Darauf angesprochen werden will in München aber niemand: "Darüber muss man nicht unbedingt sprechen", sagt Tormann Manuel Neuer. Schließlich gilt für die Bayern ebenso wie für Barcelona: Besser treffen als sprechen.