Aller guten Dinge sind drei, sagt man. Und auch wenn Fußballmanager gewöhnlich nicht zu den abergläubischen Zeitgenossen zählen, so ist doch die Hoffnung in den oberen Etagen des FC Admira groß, dass das Sprichwort in ihrem Fall nun zutreffen möge. Zwei Trainer hat der Klub in dieser mehr als verkorksten Saison schon in die Wüste geschickt, nun steht mit dem Kroaten Zvonimir Soldo der dritte Neuzugang binnen weniger Monate in der Umkleidekabine. Der 52-jährige folgt dem erst am Sonntag freigestellten Trainer Klaus Schmidt nach. Dass mit Soldo auch gleich die Wunschlösung der Admira in die Südstadt geholt werden konnte, ist angesichts des elften Tabellenplatzes, punktgleich mit Schlusslicht WSG Tirol, immerhin ein Lichtblick, der für die Stimmung nicht unerheblich sein wird.

Dementsprechend motiviert schwor daher auch der ehemalige Weltklasse-Defensivspieler sich und seine Mannschaft am Tag seiner Vorstellung auf den Abstiegskampf ein. Soldo war zuletzt beim chinesischen Klub SD Luneng als Co-Trainer von Felix Magath tätig, der seit seinem Abgang aus dem Reich der Mitte nun als Leiter von "Flyeralarm Global Soccer" bei der Admira die Fäden zieht. Als langjähriger Stuttgart-Profi arbeitete der Soldo bereits Anfang der 2000er-Jahre über drei Jahre mit Magath zusammen. "Ich habe viel von Felix gelernt", sagte Soldo bei seiner Präsentation am Dienstag, bei der der prominente Strippenzieher aber nicht anwesend war.

Soldo, der wie zuvor auch Magath seit Dezember 2017 ohne Engagement war, saß neben Admira-Manager Amir Shapourzadeh und gab als unmissverständliches Ziel den Klassenerhalt aus. "Wir müssen danach trachten, stabiler zu werden. Die Admira hat gute junge Spieler, aber jetzt sind die erfahrenen gefragt", so Soldo, der am Dienstag vor und nach seiner Präsentation je eine Trainingseinheit ansetzte. "Wichtig ist, dass jeder kapiert, worum es geht." Das solle sich, so Soldo, künftig auch in den Zweikämpfen zeigen.

Nach Reiner Geyer und Klaus Schmidt ist Soldo, als Kicker 1998 mit Kroatien WM-Dritter, also der dritte Admira-Coach in dieser Saison. Vom Steirer Schmidt hatten sich die Südstädter, die seit dem Sommer nur drei von 20 Liga-Saisonspielen gewonnen haben, erst am Sonntag nach einer 0:2-Pleite gegen Sturm Graz getrennt. Kurz darauf griff Soldo nach erfolgter Kontaktaufnahme durch Shapourzadeh zum Hörer - und erkundigte sich bei seinem ehemaligen Mannschaftskollegen Franz Wohlfahrt über die Admira. Am Montag unterschrieb er einen Vertrag, dessen Länge der Verein nicht bekanntgeben will.

Sportlich wird Soldo allerdings in den kommenden Wochen alle Hände voll zu tun haben. Sein Admira-Debüt startet mit einem Kellerduell, gastiert er doch mit seinem Team im vorletzten Spiel vor der Punkte- und Liga-Teilung bei Schlusslicht WSG Tirol, das lediglich aufgrund der Tordifferenz zurückliegt. Diese Partie sei vor allem mental wichtig, meinte Soldo. "Denn mit jedem Punkt steigt das Selbstvertrauen."

Aus Wirt wird wieder Coach

Seine jüngste Station als Cheftrainer des 1. FC Köln (mit insgesamt 48 Spielen) liegt aber fast zehn Jahre zurück. Nachdem dieses Kapitel wenig ruhmreich endete, zog sich Soldo aus dem Fußball-Business zurück und kaufte das populäre Lokal "Bulldog" in der Zagreber Innenstadt. Beim hiesigen Lokalmatador Dinamo Zagreb hatte Soldo 2008 erstmals das Lager als Cheftrainer aufgeschlagen - mit Erfolg. Während seiner nur sechsmonatigen Tätigkeit holte er das Double aus Meister- und Cuptitel. Als damaliger Assistent fungierte Fabijan Komljenovic, der auch bei der Admira an seiner Seite arbeiten wird.

Für die Admira war Soldo übrigens nie tätig. 1993 absolvierte er als junger Testkandidat ein Vorbereitungsspiel, wurde unter dem damaligen Trainer Dietmar Constantini allerdings nicht verpflichtet. Nun hat es im zweiten Anlauf geklappt. Aller guten Dinge sind manchmal auch zwei.(rel/apa)