Auf der Erfolgswelle reitend will der Lask erstmals in der Klubgeschichte ins Achtelfinale eines Europacup-Bewerbs einziehen. Die Linzer Athletiker haben sich im Sechzehntelfinale der Europa League gegen AZ Alkmaar mit einem 1:1 vor einer Woche eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel am Donnerstag (18.55 Uhr/Puls 4) im Linzer Stadion geschaffen.

Selbstvertrauen hat die Mannschaft von Valerien Ismael nach dem munteren Auswärtsspiel mit einem späten Gegentor, der Ablöse von Serienmeister Red Bull Salzburg an der Tabellenspitze der Bundesliga, dem Europa-League-Gruppensieg im Herbst und der starken Europacup-Heimbilanz in den jüngsten zwei Saisonen mit sechs Siegen in sieben Spielen genug. Dementsprechend mit großen Erwartungen, aber auch mit ausdrücklicher Demut gehen die Schwarz-Weißen ins Rückspiel. "Wir freuen uns auf das Spiel und das nächste Highlight. Wir schauen nicht auf das Erreichte", sagte Ismael. "Unser Erfolg basiert auch auf Selbstreflexion. Wichtig ist unser Hunger, der Heißhunger, der bei uns herrscht. Wir haben viel gemacht, aber noch nichts erreicht und wollen gierig sein. Wir wollen nachziehen, um diese unglaubliche Geschichte fortsetzen zu können", erklärte der Trainer.

Ein torloses Remis oder ein Sieg auf der ausverkauften Gugl würde den Aufstieg und das bisher weiteste Vordringen auf europäischer Bühne bringen. 1984/85 und 1985/86 war jeweils in der zweiten Runde des Uefa-Cups (Sechzehntelfinale) Endstation - 1985 mit dem legendären Heimsieg über Inter Mailand. Nun winkt erstmals das Achtelfinale.

Auf Rechenspiele will sich niemand einlassen. "Wir wollen nicht kalkulieren, das ist nicht unsere Einstellung, das ist nicht Lask-like. Lask-like ist, von der ersten Minute an alles in die Waagschale zu werfen, um das Spiel zu gewinnen. Wir haben im Hinspiel gesehen, dass wir ein gutes Spiel machen können. Aber wir können noch drauflegen und das werden wir auch", betonte Ismael.

Der Coach hat dafür alle Spieler zur Verfügung. Gut möglich, dass er gegen den Tabellenzweiten der Niederlande dieselbe Elf wie im Hinspiel einlaufen lässt. Sicher gesetzt ist Thomas Goiginger, der wie sein Trainer Zuversicht ausstrahlt. "Wir haben eine gute Ausgangsposition, wissen aber auch Punkte, die wir vom Hinspiel noch verbessern können", sagte der Offensivspieler, der in der Mannschaft die richtige Stimmung ortet. "Es zeichnet uns aus, dass wir neben der Ernsthaftigkeit unsere Spiele mit Freude durchziehen", meinte Goiginger.

Eine Statistik spricht für den Lask: Der Bundesliga-Spitzenreiter hat gegen niederländische Klubs auf der Gugl noch nie verloren (0:0 gegen Utrecht 1987 und 4:1 gegen Eindhoven in der Gruppenphase des laufenden Bewerbs im November 2019), während Alkmaar im Europacup in drei Spielen gegen österreichische Vereine noch nie gewonnen hat.