Red Bull Salzburg hat nach dem Out in der Fußball-Europa-League am Montag den nächsten Rückschlag einstecken müssen. Der Serienmeister verlor zum Abschluss der 21. Bundesliga-Runde beim SCR Altach mit 2:3 (0:1) und liegt bereits sechs Zähler hinter Tabellenführer LASK auf Platz zwei. Die Oberösterreicher stehen damit schon eine Runde vor Schluss überraschend als Grunddurchgangssieger fest.

Für die Vorarlberger avancierte Ex-Schalke-Kicker Sidney Sam mit einem Doppelpack (36., 52.) bei strömendem Regen in der Cashpoint Arena zum Matchwinner. Der 32-jährige Offensivspieler hält nun bei fünf Toren und war an zehn Treffern in der laufenden Saison direkt beteiligt. Das dritte Altacher Tor erzielte Jan Zwischenbrugger (80.). Für den schwächelnden Titelverteidiger war ein Doppelpack des zur Pause eingewechselten Hwang Hee-chan (62., 84.) zu wenig.

Salzburg hat damit nur eines der jüngsten acht Pflichtspiele gewonnen und das war das 3:0 im Cup-Viertelfinale beim Zweite-Liga-Club Amstetten (3:0). Fünf Mal gab es zuletzt keinen Erfolg, darunter die jüngsten 2:2 bei der Austria und gegen Frankfurt. Dadurch droht der Truppe von Coach Jesse Marsch plötzlich auch von hinten Gefahr; der Vorsprung auf den Dritten Rapid beträgt nur noch sechs Zähler. Das Selbstvertrauen wird also ausgerechnet vor dem ÖFB-Cup-Halbfinalhit gegen den LASK am Donnerstag in Wasl-Siezenheim nicht das größte sein.

Marsch nahm gegenüber dem Europa-League-Duell mit Eintracht Frankfurt am Freitag fünf Änderungen vor. Der Einsersturm mit Patson Daka und Hwang saß zu Beginn nur auf der Bank. Mittelfeldspieler Antoine Bernede, der gegen die Hütter-Truppe bereits wenige Minuten gespielt hatte, gab sein Startelf-Comeback. Es war der erste Einsatz von Beginn an für den 20-jährigen Franzosen seit seinem im Cup bei Rapid am 25. September erlittenen Schienbeinbruch. Die beste Formation wurde auch angesichts des Cup-Halbfinales nicht aufgeboten.

Auch deshalb fehlte die Abstimmung, es gab viele Ballfehler und nach vorne mangelte es größtenteils an Ideen. Die Vorarlberger waren gut organisiert und glänzten vor allem mit ihrer Zweikampfstärke. Im Spiel nach vorne wäre beinahe ein Start nach Maß geglückt, Cican Stankovic konnte sich aber bei einer Gebauer-Direktabnahme auszeichnen (7.).

Doppeltausch zur Pause

Die Salzburger kamen nach rund 20 Minuten etwas besser in die Gänge. Martin Kobras rettete im Duell mit Patrick Farkas (22.). Masaya Okugawa schoss zuerst knapp daneben (25.) und fand mit einem Volley im Altacher Schlussmann seinen Meister (31.). Nach zehn starken Minuten war das Pulver aber wieder verschossen. Und in der Abwehr leistete man sich eine Nachlässigkeit. Sam wurde nicht attackiert, konnte sich den Ball herrichten und traf aus mehr als 20 Metern mit links flach ins Eck.

Marsch reagierte mit einem Doppeltausch zur Pause, brachte Daka und Hwang. Anstatt für Akzente zu sorgen, musste das Duo vorerst den zweiten Gegentreffer mitansehen. Gebauer profitierte von einem katastrophalen Salzburger Schnitzer in der eigenen Hälfte und nach dessen Zuspiel machte Sam routiniert seinen Doppelpack perfekt. Dank ihres Topsturms kamen die Gäste aber wieder zurück ins Spiel. Über den sonst unauffälligen Mergim Berisha und Daka kam der Ball ideal zu Hwang, der aus kürzester Distanz für den Anschlusstreffer sorgte.

Danach drückte die Marsch-Truppe vor rund 4000 Zuschauern auf den Ausgleich, offenbarte dadurch aber auch Räume im Konter. Einen davon, eingeleitet vom herausragenden Sam, spielten die Hausherren perfekt aus. Nach Fischer-Hereingabe zeigte Zwischenbrugger in der Mitte seine Goalgetter-Qualitäten.

Dass es bis am Schluss spannend blieb, war dem Schiedsrichterteam zu verdanken. Eine Abseitsstellung von Farkas blieb ungeahndet, nach seinem Zuspiel traf Hwang zum zweiten Mal. Mehr war für Salzburg nicht drinnen, da ein Okugawa-Kopfball (93.) zu schwach ausfiel. Dadurch gewann das sechs Partien unbesiegte Altach zum ersten Mal seit 31. Oktober 2015 wieder in der Liga gegen Salzburg. (apa)