Mit dem berühmt-berüchtigten "Momentum" ist es so eine Sache. Keiner weiß so recht, was der Begriff eigentlich aussagen will, jeder verwendet ihn trotzdem. Jürgen Klopp, Trainer des FC Liverpool, ist keine Ausnahme. Er mache sich jedenfalls, ließ er wissen, "keine Sorgen über das Momentum".

Dabei ist das offenbar derzeit nicht auf Seiten der Reds. Im FA-Achtelfinale verloren sie bei Chelsea mit 0:2, im Champions-League-Achtelfinale liegen sie gegen Atletico nach dem Hinspiel mit 0:1 zurück. Während die Chancen, dass die Mission Titelverteidigung in Europas höchstem Klubbewerb nicht vorzeitig gestoppt wird, dennoch nach wie vor intakt ist, und Liverpool in der englischen Meisterschaft beinahe uneinholbar in Führung liegt, ist die Aussicht auf das Triple mit der Niederlage bei den Blues dahin. Es war bereits die dritte Niederlage in den jüngsten vier Spielen.

Erfolgserlebnis für Lazaro

In West Bromwich durfte sich Österreichs Teamspieler Valentino Lazaro indessen über ein Erfolgserlebnis freuen. Der Steirer erzielte beim 3:2 von Newcastle United gegen den Zweitligisten den dritten Treffer seiner Elf. Der im Jänner von Inter Mailand ausgeliehene Flügelspieler schrieb damit erstmals für seinen neuen Klub an. "Es fühlt sich sehr gut an. Ich hoffe, dass noch einige folgen werden", sagte Lazaro, dessen erste Spiele für die Magpies nicht unbedingt glücklich verlaufen waren.

Für Valentino Lazaro gab es ein Erfolgserlebnis. - © APAweb / Reuters, Eddie Keogh
Für Valentino Lazaro gab es ein Erfolgserlebnis. - © APAweb / Reuters, Eddie Keogh

So konnte Lazaro in der Premier League bei seinen drei Auftritten noch keinen Sieg feiern. Beim 0:1 bei Crystal Palace sah der 23-Jährige im Finish die Rote Karte. "Ich war ein wenig frustriert nach dem letzten Spiel. Jetzt bin ich umso glücklicher, dass es jetzt mit dem Tor geklappt hat", meinte Lazaro deshalb in West Bromwich. Das berühmte Momentum, es könnte sich gedreht haben.

 

Klopp: "Es geht um die kleinen Dinge"

An der Stamford Bridge bemühte sich Klopp, Negativschlagzeilen zu vermeiden. Der überlegende Premier-League-Spitzenreiter musste sich nach Toren von Willian (13.) und Ross Barkley (64.) geschlagen geben. Eingeleitet wurde die Niederlage von einem schweren Patzer von Liverpools Torhüter Adrian, der anstelle von Alisson das Gehäuse der Gäste hütete. In der Liga war Liverpool am vergangenen Wochenende bei Watford mit 0:3 unterlegen.

"Die Zahlen stehen da, das ist klar. Es ist viel leichter, sich zu erklären, wenn man gewinnt. Jeder kann es interpretieren wie er mag. Es geht um die kleinen Dinge, aber die können den Unterschied ausmachen", meinte Klopp. "Niemand muss sich um uns Sorgen machen. Wir werden auch wieder Spiele gewinnen. Das ist, was wir Samstag tun wollen", meinte der Coach. Am Wochenende trifft Liverpool an der Anfield Road auf Bournemouth. Am Mittwoch darauf steht das Rückspiel gegen Atletico an.

Acht Gegentore in den vergangenen vier Spielen gefallen Klopp jedoch nicht. "Normalerweise bekommst du gegen uns nicht so viele Chancen, aber wir müssen zugeben, dass wir in den letzten drei, vielleicht vier Spielen absolut zu viele Tore kassiert haben, das ist wahr."

Ein wenig ungehalten wurde Klopp, als er Dienstagabend zu seiner Meinung zum Coronavirus befragt wurde. "Leute mit Kenntnis darüber sollten sich darüber äußern. Nicht Fußball-Trainer. Ich verstehe nichts von Politik, vom Coronavirus. Ich trage eine Baseball-Kappe und habe eine schlechte Rasur", sagte der 52-Jährige. In England hatten Premier-League-Klubs wie Newcastle, Southampton oder West Ham zuletzt ihre Profis angehalten, Händeschütteln vor Trainings zu unterlassen. (red)