Im Stadion von Austria Lustenau sind am Mittwoch Erinnerungen an die guten alten Zeiten wach geworden, als die Vorarlberger noch zum Stamminventar der Fußball-Bundesliga zählten. Wie damals war das Fan-Dorf noch weit nach Spielende prall gefüllt, und wie damals gab es auch etwas zu feiern: Der Ländle-Klub zog mit einem 1:0 über Wacker Innsbruck ins Cupfinale ein.

Dass man am 1. Mai im Endspiel im Klagenfurter Wörthersee-Stadion gegen Red Bull Salzburg oder den LASK (Donnerstag, 20.45 Uhr/ORF 1) krasser Außenseiter ist, interessierte an diesem Abend keinen mehr. "Es ist nicht in Worte zu fassen, was die Mannschaft geleistet hat. Ich kann noch gar nicht realisieren, dass wir im Finale sind", erklärte Vorstandsmitglied Bernd Bösch.

Auch Verteidiger Christoph Freitag war von den Ereignissen überwältigt. "Das ist eine unglaubliche Geschichte. In der zweiten Hälfte haben wir gekämpft und es irgendwie rübergebracht." Bei Trainer Roman Mählich regierte vorerst die Erleichterung. "Ich freue mich, jetzt fällt eine Last ab. Im Laufe des Feierns wird noch die Euphorie kommen", vermutete der Ex-Teamspieler.

Europa-League-Millionen

Sein Klub steht damit zum zweiten Mal in einem Cup-Endspiel. Bei der Premiere setzte es 2011 im Wiener Happel-Stadion eine 0:2-Niederlage gegen die SV Ried. Sollte den Vorarlbergern diesmal in Klagenfurt eine Sensation gelingen, wäre dies gleichbedeutend mit dem ersten großen Titel der Vereinsgeschichte und einem Geldregen: Österreichs Cupsieger steigt nämlich im kommenden September direkt in die Europa-League-Gruppenphase ein, was ein garantiertes Startgeld von rund drei Millionen Euro bringt.

Im Falle einer Lustenauer Niederlage wäre der Bundesliga-Dritte fix in der Europa League, sofern Salzburg und der LASK die Meisterschaft unter den Top Zwei abschließen. Definitiv keine Uefa-Prämien gibt es in der kommenden Saison für die Innsbrucker, die dennoch nicht unzufrieden die Heimreise antraten. "Wir sind absolut auf dem richtigen Weg. So ein Match gibt uns Auftrieb für die nächsten Aufgaben", betonte Sportchef Alfred Hörtnagl. (apa)