Wie schnell sich die Zeiten im Sport ändern können, durfte man dieser Tage hautnah am Beispiel Red Bull Salzburg miterleben. Der Serienmeister war angeschlagen ins Cup-Halbfinale gegen den Linzer ASK gegangen, Trainer Jesse Marsch hatte öffentlich sogar schon die Mentalität seiner im Herbst als Siegesroboter gefürchteten Mannschaft in Frage gestellt. Nicht nur dass diese sich im direkten Liga-Duell von den Oberösterreichern hatte bezwingen lassen müssen, hatte sie auch in der Bundesliga einen Rückstand von sechs Punkten aufgerissen und sich aus der Europa League verabschiedet.

Doch die für Salzburger Verhältnisse ungewöhnlich lange Durststrecke von fünf Partien ohne Sieg war am Donnerstag mit dem 1:0 jäh beendet, die Begeisterung bei Marsch und Co. groß und die alte Hierarchie zumindest wieder ein bisschen wiederhergestellt. In der Meisterschaft freilich ist es (noch) nicht so weit, vor dem letzten Spiel im Grunddurchgang liegen die Salzburger weiterhin nur an zweiter Stelle.

Insgesamt sind die Positionen aber schon bezogen, gemeinsam mit dem Spitzenduo haben es Rapid, der WAC, Sturm und Hartberg in die Meistergruppe geschafft. Die Austria, Altach, Mattersburg, Admira, Tirol und St. Pölten wiederum bestreiten die Qualifikationsgruppe. Ein Überblick, wie es nach der letzten Runde des Grunddurchgangs weitergeht.

Punkte- und Ligateilung. Die bisher gesammelten Punkte werden halbiert. Bei halben Punkten wird abgerundet. Sind zwei Klubs am Ende des Finaldurchgangs punktgleich und wurde bei einem dieser Vereine ein halber Punkt abgerundet, wird er vorgereiht. Wurde bei keinem oder bei beiden Klubs abgerundet, wird als nächstes Entscheidungskriterium die Tordifferenz herangezogen.

Wann wird weitergespielt? Die Spiele der Qualifikationsgruppe werden ausschließlich am Samstag um 17 Uhr ausgespielt, am Sonntag ist die Meistergruppe mit zwei Spielen um 14.30 beziehungsweise einem um 17 Uhr dran. Die abschließende 32. Runde steigt am 17. Mai, ehe noch das Play-off um einen Startplatz in der Qualifikation zur Europa League (20., 23. und 26. Mai) ansteht.

Wer spielt im Europacup? Der Sieger der Meistergruppe ist Meister und wird wahrscheinlich wie der Zweite in der Champions-League-Qualifikation antreten. Der Dritte spielt in der Europa-League-Qualifikation, der Vierte in einem Play-off gegen den Sieger aus dem Vergleich Fünfter gegen Sieger der Qualifikationsgruppe um den letzten Startplatz in der Europa-League-Qualifikation. Der Qualifikationsgruppen-Sieger darf das in einem Spiel ausgetragene Duell mit dem Fünften zu Hause bestreiten. Das Play-off gegen den Vierten erfolgt in Hin- und Rückspiel.

Was verändert der Cupsieger? Sollte der prinzipiell mit einem Fixplatz für die Europa-League-Gruppenphase ausgestattete Cupsieger in der Meisterschaft unter den Top-Fünf landen, bleibt auch der Zweite der Qualifikationsgruppe im Rennen. In einem Spiel beim Qualifikationsgruppensieger würde dann der Kontrahent des Vertreters der Meistergruppe bestimmt. Landet der Cupsieger in der Liga auf Rang eins oder zwei, ist der Dritte fix in der Europa-League-Gruppenphase dabei. Auf alle Fälle nicht ins Rennen um die Europacup-Startplätze eingreifen wird der Sechste der Meistergruppe.(art/apa)