Für den LASK hat es im Achtelfinal-Hinspiel der Fußball-Europa-League gegen Manchester United ein Heimdebakel gesetzt. Der englische Rekordmeister setzte sich im Linzer Stadion, wo aufgrund des grassierenden Coronavirus keine Fans zugelassen waren, mit 5:0 durch. Die Tore erzielten Odion Ighalo (28.), Daniel James (58.), Juan Mata (82.), Mason Greenwood (91.) und Andreas Pereira (93.).

Die Retourpartie ist für kommenden Donnerstag im Old Trafford angesetzt, eine Austragung an diesem Termin erscheint aber aufgrund der aktuellen Situation unwahrscheinlich. Eine diesbezügliche Entscheidung wird die UEFA am Dienstag treffen.

Nur 500 Personen im Stadion

Nur etwa 500 Personen - Angehörige des Trainerstabs, Funktionäre und Journalisten inklusive - sahen das international prestigeträchtigste Spiel der LASK-Clubgeschichte innerhalb des Stadions. Sie bekamen ein Match zu sehen, in dem sich die ohne die gesperrten Philipp Wiesinger und Petar Filipovic sowie die verletzten Thomas Goiginger und Marvin Potzmann angetretenen Oberösterreicher zunächst als halbwegs ebenbürtiger Gegner präsentierten.

Allerdings kam mit Fortdauer der Partie die Klasse von Manchester United immer mehr zum Vorschein, während beim LASK in gleichem Maße die Unsicherheit wuchs. In der 18. Minute zog Luke Shaw auf der linken Seite davon, seine scharfe Hereingabe wehrte Goalie Alexander Schlager vor die Beine von Mata, dessen Schuss aus guter Position von einem LASK-Profi abgefälscht neben das Tor rollte.

Sechs Minuten später zeigte Schlager bei einem Schuss von James sein Können, beim darauffolgenden Corner verfehlte ein Kopfball von Eric Bailly nur knapp das Ziel. Das sich abzeichnende Tor fiel schließlich in der 28. Minute: Ein Zuspiel von Bruno Fernandes verarbeitete Ighalo mit drei sensationellen Kontakten und knallte den Ball via Latten-Unterkante ins Netz - Schlager war chancenlos.

United kam dem zweiten Treffer bei einem Kopfball von Harry Maguire neben das Tor noch vor der Pause halbwegs nahe (44.). Beim ungewohnt zurückhaltend und teilweise zu ängstlich agierenden LASK funktionierte das Pressing nicht, daher herrschte in der Offensive Funkstille. Ein Schuss von Dominik Frieser, den Bailly klärte, war das Höchste der Gefühle (40.).

 

Endgültig klare Verhältnisse nach Seitenwechsel

Bald nach dem Seitenwechsel sorgten die Gäste aus England endgültig für klare Verhältnisse. Daniel James hatte viel Platz, versetzte Gernot Trauner und schloss mit einem trockenen Schuss ins kurze Eck ab (58.). Vier Minuten danach verpasste Ighalo bei einem Stangenschuss nur knapp sein zweites Tor.

In der Folge agierte Manchester United souverän. Der LASK war zwar bemüht, im Spiel nach vorne gelang jedoch wenig bis gar nichts, zwingenden Chancen gab es für die Hausherren nicht.

Im Finish wurde es für die Mannschaft von Valerien Ismael ganz bitter: Mata stellte nach Traumpass von Fred auf 3:0, auch Greenwwod mit einem "Stangenpendler" (91.) und Pereira (93.) nach einem Schlager-Fehler trugen sich in die Schützenliste ein. So endete das wohl für längere Zeit letzte Fußballspiel auf Profi-Ebene in Österreich mit einer schweren Niederlage für den Bundesliga-Tabellenführer.