Die Coronavirus-Krise hat weitere Auswirkungen auf den österreichischen Fußball: Wie schon am Donnerstag erwartet, wird der Europacup-Betrieb bis auf weiteres ausgesetzt - wodurch das 0:5 des LASK gegen Manchester United im Europa-League-Achtelfinal-Hinspiel bis auf weiteres das letzte Spiel gewesen sein dürfte. Zum anderen wurde auch das für 27. März in Swansea angesetzt gewesene Testspiel der ÖFB-Auwahl gegen Wales abgesagt, wie der walisische Verband am Freitag mitteilte.

Auf dem derzeitigen Terminplan der Mannschaft von Franco Foda steht am 30. März ein Geisterspiel im Wiener Happel-Stadion gegen die Türkei, das nach aktuellem Stand ausgetragen werden soll. "Angesichts der Entwicklungen kann sich das stündlich ändern", schrieb der ÖFB allerdings in einer Mitteilung.

Das Wales-Match wäre das erste von vier Testspielen von Österreichs Team für die EM 2020 gewesen. Weiters sind noch Kräftemessen mit England (2. Juni, Wien) und Tschechien (7. Juni, Prag) vereinbart.

Diese Partien sind als letzte Standortbestimmung vor der EM 2020 gedacht, bei der Österreich in der Gruppenphase auf einen Play-off-Sieger (14. Juni, Bukarest), die Niederlande (18. Juni, Amsterdam) und die Ukraine (22. Juni, Bukarest) trifft. Oder besser: treffen würde, falls die Endrunde überhaupt stattfinden würde. Denn dies ist äußerst fraglich - internationale Medien berichteten bereits über eine bevorstehende Verschiebung um ein Jahr. Eine Entscheidung könnte am kommenden Dienstag im Rahmen einer Uefa-Videokonferenz fallen, an der alle 55 Mitgliedsverbände teilnehmen.
An diesem Tag wäre eigentlich auch die Kadernominierung von Teamchef Foda für die März-Länderspiele geplant gewesen. Dieser Termin fiel nun aber ebenfalls ins Wasser.

"Bitte nicht so ein Herumgeeiere"

Mit der Aussetzung des Europacupbetriebes erfüllte sich quasi auch ein Wunsch von LASK-Trainer Valerien Ismael. "Bitte seid konsequent und macht nicht so ein Herumgeeier", hatte der Franzose in der Pressekonferenz nach dem Spiel in Richtung Uefa gefordert. Die handelte am Freitag. "Angesichts der Entwicklungen aufgrund der Verbreitung von Covid-19 in Europa und der damit verbundenen Entscheidungen der verschiedenen Regierungen werden die für nächste Woche angesetzten Spiele aller Vereinswettbewerbe verschoben", teilte sie mit. Die für den 20. März geplante Europacup-Auslosung wurde ebenfalls verschoben, auch das Youth-League-Viertelfinale von Salzburgs U19 gegen Lyon am Dienstag ist betroffen.

Wie der LASK mitteilte, werde der Verein den Trainingsbetrieb bis Dienstagnachmittag aussetzen. Sämtliche Beteiligten stünden in dieser Zeit nicht für Interviews zur Verfügung. "Nun gilt es für uns runterzukommen und abzuwarten, welche Entscheidungen vonseiten der Bundesregierung getroffen werden. Erst wenn alle Fakten am Tisch sind, können wir über das weitere Vorgehen entscheiden", sagte Ismael in einer Aussendung des LASK. Die Oberösterreicher schließen ab Montag bis auf weiteres auch ihre Geschäftsstelle beziehungsweise satteln auf Homeoffice um.

Mit der Entscheidung rückt auch die Verlegung der Fußball-Europameisterschaft immer näher. In den meisten Ligen steht der Betrieb ohnehin schon spätestens seit dieser Woche still.

Neben Österreich hatten schon zuvor zahlreiche Länder wie Spanien, Italien, Frankreich, die Niederlande oder Portugal ihre Spiele ausgesetzt, so dass ein geregelter Saisonabschluss in diesen Ligen nicht mehr möglich ist. Am Freitag zogen auch die englische Premier League und die deutsche Bundesliga nach.

Übereinstimmenden Medienberichten zufolge gilt die Verschiebung des paneuropäischen Turniers in den Sommer 2021 inzwischen als erste Option. Den großen Ligen des Kontinents würde das nach dem Ausbruch der Coronavirus-Pandemie dringend benötigte Zeit verschaffen. (red)