Eine neue Anklageschrift in den USA im Zuge des Fifa-Skandals 2015 enthält neben Bestechungsvorwürfen gegen drei Medienrechtehändler auch brisante Details insbesondere zur Vergabe der WM 2022. Die amerikanischen Strafverfolgungsbehörden sind sich laut der in New York veröffentlichten Anklage sicher, dass Russland (WM 2018) und Katar (WM 2022) wie Südafrika vor der WM 2010 Schmiergeld bezahlt haben.

In den USA wurden seit dem Fifa-Skandal im Frühling 2015 etliche teils hochrangige Funktionäre angeklagt. Ende 2017 kam es gegen einige von ihnen zum Prozess, in dem auch wieder Korruptionsvorwürfe gegen Russland und Katar aufkamen. Beide wiesen die Anschuldigungen stets zurück.

 

16 Einzelpersonen und Firmen sind angeklagt

Allein an den wegen der Entgegennahme von Bestechungsgeldern bereits verurteilten Jack Warner, den ehemaligen Präsidenten der Nord- und Zentralamerikanischen und Karibischen Konföderation (Concacaf), soll Russland fünf Millionen Dollar bezahlt haben. Summen im Zusammenhang mit der Bewerbung Katars stehen in der Anklageschrift nicht.

Angeklagt sind 16 Einzelpersonen und Firmen. Die Medienrechtehändler Hernan Lopez und Carlos Martinez von 21st Century Fox Inc sollen im Ringen um die TV-Rechte für die Turniere 2018 und 2022 Bestechungsgelder bezahlt haben. Der Geschäftsführer von Imagina Media Audiovisual, Gerard Romy, und die Medienrechtefirma Full Play Group SA werden der Geldwäsche und des Überweisungsbetrugs beschuldigt.

 

Dementis aus Russland und Katar

Ein Kremlsprecher wies die Vorwürfe "kategorisch zurück". Auch der Ex-Chef des russischen WM-Organisationskomitees, Alexej Sorokin, betonte, dass man keine Funktionäre gekauft habe. "Das ist nur eine Meinung von Juristen", sagte er mit Blick auf die Anklageschrift.

Die WM-Organisatoren in Katar wiesen die Bestechungsvorwürfe deutlich zurück. Man habe sich im Bieterprozess "streng an alle Regeln und Vorschriften gehalten", teilte das für die WM-Ausrichtung zuständige Supreme Committee for Delivery and Legacy (SC) am Dienstag mit. "Alle gegenteiligen Behauptungen sind unbegründet und werden heftig bestritten." (apa/dpa)