Nicht nur Sportveranstaltungen aller Art sind derzeit abgesagt oder verschoben, sondern auch richtungsweisende Entscheidungen abseits des Rasens. So hat die österreichische Fußball-Bundesliga ihre Lizenzentscheidung für die kommende Saison wie erwartet wegen der Coronavirus-Krise vertagt. Die erstinstanzlichen Urteile hätten den Klubs ursprünglich nächsten Dienstag (14. April) zugestellt werden sollen. Das wird nun nicht der Fall sein, gab die Liga am Freitag in einer Aussendung bekannt.

Für die beiden höchsten Spielklassen waren laut Liga-Angaben bis 3. März insgesamt 31 Lizenz- und Zulassungsanträge eingegangen. Wegen der Folgen der Coronavirus-Pandemie sei aber "sowohl mit zeitlichen als auch mit inhaltlichen Änderungen zu rechnen", erklärte die Bundesliga.

"Analog zur Empfehlung und Vorgehensweise der Uefa-Klublizenzierung lässt auch die österreichische Fußball-Bundesliga die Ereignisse und Auswirkungen rund um die Covid-19-Pandemie in das nationale Lizenz- und Zulassungsverfahren einfließen", hieß es in der Stellungnahme.

Weitere Informationen zu dem Thema soll es erst nach der Bundesliga-Klubkonferenz kommenden Donnerstag geben. In dieser wird auch das weitere Vorgehen bezüglich einer möglichen Wiederaufnahme des Spielbetriebes besprochen. Die Liga pausiert wegen der Pandemie seit Mitte März. Alle Spiele sind vorerst bis Anfang Mai ausgesetzt. Dieser Zeitraum dürfte verlängert werden.

Niessl für "Wiederaufsperren in Etappen"

Unterdessen hat sich Hans Niessl, der Präsident von Sport Austria, für ein schrittweises "Wiederaufsperren" des Sportbetriebs nach Ostern ausgesprochen. Durch die Pandemie-bedingten Absagen seien für gemeinnützige Sportvereine und den Profisport existenzbedrohende wirtschaftliche Schäden entstanden. Um diese in Grenzen zu halten, tritt Niessl für etappenweise Lockerungen ein.

"Es ist jetzt notwendig, die Sportstätten in Etappen zu öffnen, Trainings zu ermöglichen und eventuell auch Meisterschaften schon im Juni unter Ausschluss der Öffentlichkeit oder auch in den Sommermonaten zu Ende zu spielen", erklärte der Chef der Bundes-Sportorganisation in einer Aussendung. Sport Austria hat diese Überlegungen in dieser Woche dem Sportministerium übermittelt.

Nach dem bis 30. Juni dauernden Veranstaltungsverbot sollte es ab Juli erlaubt sein, bei Maskenpflicht mit stark reduzierter Zuseherzahl Wettkämpfe abzuhalten. "Vor allem im Freiluftsport sollten Entscheidungen auf dem grünen Rasen und nicht auf dem grünen Tisch ermöglicht werden", meinte der Ex-Politiker.

 

Vorbild Deutschland

Niessl erklärte, dass "schon in der Woche nach Ostern" Freianlagen wie Golf- und Tennisplätze öffnen und generell Sportarten, die über keinen direkten Körperkontakt verfügen, den Betrieb wieder aufnehmen könnten. Dabei müssten freilich klar definierte Sicherheitsregeln eingehalten werden.

Zudem sprach sich der Ex-Landeshauptmann des Burgenlandes dafür aus, dass Spitzensportler unter Sicherheitsvorkehrungen wieder auf den geeigneten Trainingsstätten trainieren dürfen. Sportanlagen sind aktuell wegen der Coronavirus-Pandemie geschlossen. "Am Beispiel Deutschlands sieht man, dass auch der Mannschaftssport wieder - in Kleingruppen - trainieren könnte, wobei auch in diesem Bereich eine entsprechende Kontrolle stattfinden muss", betonte Niessl.

Bei allen Schritten müsse aber "klar im Fokus stehen, auf Maßnahmen zur Eindämmung des Virus zu achten", betonte er. In der aktuellen Situation sei es für die Bevölkerung jedoch wichtig, den Sportbetrieb wieder hochzufahren. "Wir brauchen den Sport mehr denn je." (apa/red)