Kaum hat der Weltfußballverband Fifa die Möglichkeit eines dritten Transferfensters in den Raum gestellt, sind den Spekulationen und Gerüchten auf dem Spielermarkt wieder Tür und Tor geöffnet. Erling Haaland soll nach den Wünschen von Real bei den Madrilenen anheuern, Ivan Rakitic gibt seiner Unzufriedenheit beim FC Barcelona Ausdruck – und schon einmal prophylaktisch Bewerbungen in eigener Sache bei anderen Klubs ab.

Aber der Reihe nach: Angesichts der verlängerten Saison ist als erstes die Fifa angehalten, die rechtlichen Rahmenbedingungen für Spielerverträge zu schaffen. Denn solche, die in diesem Sommer auslaufen, enden für gewöhnlich im Juni – zu einem Zeitpunkt also, in dem das Gros der nationalen Ligen mit Sicherheit noch nicht abgeschlossen sein wird. Als ersten Schritt hat die Fifa bereits angekündigt, dass sich die Verträge bis zum Ende der jeweiligen Spielzeiten verlängern sollen, in weiterer Folge könnte auch die Übergangsfrist hinausgezögert werden. Zudem will man nun die Möglichkeit eines dritten Transferfensters schaffen, das die Verbände aber - korrespondierend mit nationalem Recht - flexibel gestalten könnten. Das kündigte der zuständige Direktor James Kitching jedenfalls am Wochenende in der ARD-Sportschau an.

 

Der Fall Haaland

Die ersten Gerüchte über Spielerwechsel noch im Sommer werden indessen schon jetzt immer lauter. So soll Real Madrid das Werben um den Ex-Salzburg- und nunmehrigen Borussia-Dortmund-Stürmer Erling Haaland intensiviert haben. Wie der 19-jährige Norweger steht auch der französische Weltmeister Kylian Mbappé bei den Madrilenen hoch im Kurs.

Der famose Einstand des rund 20 Millionen Euro teuren Haaland beim BVB mit zwölf Toren in seinen ersten elf Pflichtspielen ließ seinen Marktwert weiter in die Höhe schnalzen – und die Spekulationen blühen. Allerdings sprach sich sein Berater Mino Raiola vor wenigen Wochen in einem "Marca"-Interview für einen Verbleib seines Schützlings beim deutschen Bundesliga-Zweiten aus: "Er muss sich noch weiterentwickeln. Er wird für die notwendige Zeit in Dortmund bleiben. Ich glaube nicht, dass er Dortmund diesen Sommer verlassen wird."

 

Der Fall Rakitic

Konkreter werden indessen die Wechselabsichten bei Ivan Rakitic. Der kroatische Vizeweltmeister fühlt sich beim spanischen Fußball-Meister FC Barcelona unfair behandelt, wie er in einem Interview mit der Zeitung "Mundo Deportivo" zu Protokoll gab. "Ich verstehe die Situation, aber ich bin kein Sack Kartoffeln, mit dem man machen kann, was man will", sagte der Mittelfeldspieler.

Ivan Rakitic hingegen fühlt sich in Barcelona nicht mehr gebraucht. - © APAweb / afp, Fayez Nureldine
Ivan Rakitic hingegen fühlt sich in Barcelona nicht mehr gebraucht. - © APAweb / afp, Fayez Nureldine

In dieser Saison zählte Rakitic nur in 10 der 27 Liga-Partien zur Startformation, nachdem er in den Jahren davor unbestrittene Stammkraft gewesen war. Deshalb ist ein Vereinswechsel denkbar. "Ich will bei einem Klub sein, bei dem ich mich gewollt und respektiert fühle. Wenn das bei Barca ist, wäre ich hocherfreut. Wenn nicht, werde ich derjenige sein, der entscheidet, niemand sonst."

Rakitic bestätigte, dass er im Sommer Teil eines von Barcelona geplanten Deals gewesen sei, um Neymar von Paris St. Germain zurück ins Camp Nou zu bringen. Dieses Vorhaben scheiterte allerdings. Bei den Katalanen steht der Ex-Schalke-Profi noch bis 2021 unter Vertrag. (art)