Schon Mitte März hatte die Austragung des Fußball-Champions-League-Spiels zwischen Titelverteidiger Liverpool und Atletico Madrid vor Zuschauern Diskussionen ausgelöst. Nun kritisierte auch Liverpools Bürgermeister Steve Rotheram die damalige Entscheidung scharf.

"Wenn sich Menschen als direkte Folge eines Sportereignisses, von dem wir glauben, dass es nicht hätte stattfinden dürfen, mit dem Coronavirus infiziert haben, ist das skandalös", sagte Rotherham in einem BBC-Interview.

"Wir haben einen Anstieg der Infektionskurve gesehen, und das hat dazu geführt, dass sich 1200 Menschen in Liverpool mit Covid-19 infiziert haben", sagte Rotherham. Es müsse untersucht werden, ob diese Infektionen in direktem Zusammenhang mit Atletico-Fans stünden. Es hätte Coronavirus-Hotspots gegeben, Madrid sei einer davon gewesen.

Am 11. März spielten Liverpool und Atletico an der Anfield Road dennoch vor 52.000 Zuschauern, 3000 davon kamen aus Madrid. Andere Partien waren bereits als Geisterspiele ausgetragen worden. In Spanien waren zu diesem Zeitpunkt erste Ausgangssperren in Kraft getreten, nur wenige Tage später folgte der Shutdown. Liverpool schied nach dem 2:3 nach Verlängerung damals aus.

Großbritannien verzeichnet derzeit knapp 140.000 Infizierte. Über 18.700 Menschen sind mit oder an Covid-19 gestorben. (apa/Reuters)