Die zwölf Klubs der Tipico-Bundesliga haben am Freitagnachmittag die nächste Weichenstellung für die Wiederaufnahme der seit März unterbrochenen Saison vorgenommen: Auf einer Video-Klubkonferenz wurde das zuvor ausgearbeitete Konzept zum Neustart per Geisterspielen einstimmig angenommen. Dieses Dossier kann nun an das Sport- und das Gesundheitsministerium übermittelt werden - erst danach wird in der nächsten Klubkonferenz ein genaues Datum für den Start von Meister- und Qualifikationsrunde festgelegt. Frühestens Mitte/Ende Mai können dann die restlichen zehn Runden in Angriff genommen werden.

Dieses Arbeitspapier beinhaltet einen medizinischen und einen organisatorischen Teil: In Letzterem ist festgehalten, dass bei einem Match ohne Zuschauer maximal 200 Personen im Einsatz sein sollen, wie Liga-Vorstand Christian Ebenbauer im Vorfeld gegenüber der APA erklärte. Darin inkludiert sind neben Spielern und Betreuern unter anderem auch weitere Klub-Angestellte, Mitarbeiter der TV-Produktion, Doping-Kontrolleure und Journalisten. Für Menschen innerhalb des Stadions sind farbliche Kennzeichnungen geplant: Rot für alle unmittelbar in den Spielbetrieb involvierte Personen wie etwa Kicker, Trainer, Schiedsrichter und auch Ballbuben (im Normalfall Jugendliche oder junge Erwachsene); Orange für im Stadion-Innenbereich tätige Personen, die nicht in direkten Kontakt mit anderen treten, etwa Kameraleute; Gelb für Personen auf der Tribüne, zum Beispiel Journalisten. "Getestet werden müssten nur Personen aus dem roten Bereich", stellte Ebenbauer klar.

Corona-Fälle würden isoliert

Um das Thema Testungen geht es schließlich im medizinischen Part des Konzepts. Wie oft die involvierten Personen generell getestet werden sollen, ließ Ebenbauer dabei offen. Klarheit dürfte bei der Art der Tests herrschen. "Es hat sich herauskristallisiert, dass man derzeit nicht mit Antikörpertests arbeiten soll, sondern mit PCR-Tests", sagte der Liga-Vorstand. PCR-Tests geben Auskunft darüber, ob eine Person aktuell mit dem Coronavirus infiziert ist und ihn auch übertragen kann. Durch einen PCR-Test kann nicht nachvollzogen werden, ob ein Mensch die Erkrankung schon vor Wochen hatte und deshalb immun sein könnte. Allerdings gibt es auch bei PCR-Tests eine gewisse Rate an falschen Ergebnissen.

Sollte ein Test positiv sein, würde der Infizierte laut Bundesliga-Konzept isoliert werden. Der Betroffene wäre erst dann wieder offiziell gesund, sobald er innerhalb von 48 Stunden zwei weitere PCR-Tests mit negativem Ergebnis abliefert. Jene Menschen, die in Kontakt mit dem Infizierten waren, würden engmaschig getestet und genau beobachtet, allerdings nicht aus dem Spielbetrieb herausgenommen werden. Dadurch wäre ein positiver PCR-Test nicht gleichbedeutend mit einem Meisterschafts-Abbruch, wie vielfach befürchtet wurde.

Soll der angepeilte Termin für den Neustart Mitte Mai eingehalten werden, müsste das Mannschaftstraining - also mit Zweikämpfen - spätestens Anfang Mai beginnen.

Keine Entscheidung gab es am Freitag indes zur 2. Liga: Laut Ebenbauer hat "mehr als die Hälfte" der 16 Klubs für einen Abbruch plädiert, allerdings kam es noch zu keiner Abstimmung. Die Aufstiegsaspiranten Ried und Klagenfurt wollen jedenfalls weiterspielen.(may/apa)