Darüber, dass der Ball in Europas Ligen bald wieder rollen soll, herrscht weitgehend Einigkeit. Beim genauen Wann und Wie allerdings scheiden sich schon die Geister. Während die Belgier und die Niederländer diese Saison nicht mehr zu Ende spielen und sich lieber auf die kommende vorbereiten würden, wird in Österreich, Deutschland und England eifrig an Plänen für Geisterspiele getüftelt. Und auch in Italien hat Premier Giuseppe Conte den Mannschaften durch die Lockerung der Maßnahmen eine baldige Rückkehr in den Trainingsbetrieb in Aussicht gestellt. In Spanien dagegen erteilte der Gesundheitsminister entsprechenden Hoffnungen am Sonntag einen Dämpfer. "Es wäre rücksichtslos, jetzt zu sagen, dass der Profi-Fußball vor dem Sommer zurück sein wird", sagte Salvador Illa.

Neben der Pandemie und den gesellschaftlichen wie gesundheitlichen Folgen beschäftigt viele auch die Frage nach dem Verletzungsrisiko für die Fußballer, die nun nach langer Pause schnellstmöglich wieder zurückkehren sollen. Entsprechenden Befürchtungen will der Weltfußballverband Fifa, in dessen Interesse freilich eine baldige Rückkehr des Profibetriebs ist, nun entgegenwirken.

Laut einem bericht der englischen Tageszeitung "The Sun" soll die Fifa während der Corona-Krise eine vorübergehende Erhöhung der Zahl der Auswechslungen pro Team auf fünf vorgeschlagen haben. Demnach habe die Fifa die Regelhüter des International Football Association Board (Ifab) gebeten, darüber als dringliche Angelegenheit zu entscheiden.

"Gesundheit hat Priorität"

Gemäß des Vorschlags soll ein Team bis zum Ende der derzeit noch unterbrochenen Saison die Möglichkeit haben, in der regulären Spielzeit fünf statt bisher drei Spieler auszuwechseln. Dafür soll es insgesamt drei Fenster für Auswechslungen pro Mannschaft geben. Dies geschehe mit Blick auf die Auswirkungen für die Spieler aufgrund des zu erwartenden engen Zeitplans, sollte der Spielbetrieb wieder aufgenommen werden. Sowohl die Fifa als auch das Ifab waren für eine Reaktion auf den Bericht angefragt.

Das Ifab entscheidet über grundlegende Regeländerungen im Weltfußball. Bei acht Sitzen haben die vier britischen Verbände England, Schottland, Wales und Nordirland jeweils eine Stimme, die Fifa je vier. In der Corona-Krise hatte das Ifab bisher beschlossen, dass Wettbewerbe noch mit den Regeln der Saison 2019/20 zu Ende geführt werden können. Normalerweise wären Regeländerungen zum 1. Juni 2020 in Kraft getreten.

Die Fifa hatte zuletzt Arbeitsgruppen eingerichtet, um mit den Konsequenzen der Coronavirus-Pandemie umzugehen. Dabei habe die Gesundheit "erste Priorität", hieß es. (red)