In Deutschland hat sich die Sportministerkonferenz (SMK) am Montagnachmittag erneut für eine Wiederaufnahme der Bundesliga-Saison frühestens ab Mitte Mai ausgesprochen. "Die Fortsetzung des Spielbetriebes in der Fußball-Bundesliga vor leeren Zuschauerrängen erachtet die SMK nach wie vor ab Mitte oder Ende Mai für vertretbar", sagte die SMK-Vorsitzende, die Bremer Sportsenatorin Anja Stahmann (Grüne). "Die Deutsche Fußball-Liga muss dabei strengste hygienische und medizinische Voraussetzungen schaffen, durchsetzen und mit geeigneten Maßnahmen überprüfen." Zu einer abschließenden Einigung sei es bei der telefonisch durchgeführten Konferenz der Sportministerinnen und -minister der Bundesländer am Montag nicht gekommen, heißt es in der Mitteilung.

Eine solche sollte im Bundeskanzleramt bis Dienstagabend vorgelegt werden. Sie soll als Grundlage für die Beratungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten am Donnerstag über die weitere Öffnung der Gesellschaft in der Corona-Pandemie ab dem 4. Mai dienen.

Die Deutsche Fußball-Liga hatte am vergangenen Donnerstag ein umfassendes Konzept zur möglichen Wiederaufnahme des Spielbetriebs vorgestellt. Dieses Konzept sieht auch zahlreiche Corona-Tests für Fußballprofis vor.

Auch in Österreich soll der Wiederanpfiff Mitte/Ende Mai erfolgen - zunächst mit dem Cupfinale Salzburg gegen Lustenau.

Auch bei der Premier League wird der Neustart der Saison immer konkreter: Laut der englischen Zeitung "The Times" soll der Spielbetrieb am 8. Juni fortgesetzt werden. Die Verantwortlichen hätten schon vergangene Woche der Regierung ein Konzept für die Wiederaufnahme vorgelegt, hieß es. Demnach sollen die restlichen 92 Partien in "genehmigten Stadien" durchgeführt werden - maximal 400 Personen sollen Zutritt erhalten.

Am Freitag sollen bei einer Klub-Konferenz weitere Details besprochen werden. Ziel ist es laut BBC, die Saison bis Ende Juli abzuschließen. Wird tatsächlich am 8. Juni neu gestartet, müssten die Klubs spätestens am 18. Mai wieder voll mit dem Training beginnen. Der FC Arsenal und Brighton & Hove Albion haben bereits am Montag ihr Trainingsgelände für individuelle Einheiten der Spieler geöffnet.

Indes hat die belgische Fußball-Liga ihre endgültige Entscheidung über einen vorzeitigen Saisonabbruch wegen der Corona-Krise auf nächste Woche vertagt. Man will eine Entscheidung des nationalen Sicherheitsrates mit Blick auf sportliche Wettkämpfe abwarten, abgestimmt soll von den Vereinen nun am 4.Mai werden. Nach Uefa-Interventionen musste die belgische Liga zuletzt zurückrudern und das eigentlich besiegelte Saison-Aus wieder zurücknehmen.

In den Niederlanden indes erlaubt die Politik keine Fußballspiele bis Herbst - der Saisonabbruch war daher unumgänglich.

Auch in Frankreich könnte die Saison abgebrochen werden. Premierminister Edouard Philippe sagte in einer Rede vor der Nationalversammlung am Dienstag, dass die Saison 2019/20 der Profisportarten nicht wieder aufgenommen werden könne. Sollte tatsächlich abgebrochen werden, könnte Paris Saint-Germain zum Meister erklärt werden, eine Reaktion der Liga stand aber noch aus.

Anders die Situation in Russland: Nach der Unterbrechung wegen der Corona-Epidemie könnte der Spielbetrieb ebenfalls im Juni wiederaufgenommen werde. Zwei Varianten seien im Gespräch, teilte die russische Premjer-Liga am Montag nach einem Treffen mit dem Verband mit. Die Meisterschaftsspiele könnten demnach am 21. oder am 28. Juni gestartet werden. In beiden Fällen könnte die Uefa-Empfehlung für ein Saisonende am 2. August erreicht werden.

Uefa will Klarheit bis 25. Mai

Der europäische Verband will übrigens von allen nationalen Ligen bis 25. Mai Klarheit über ihre Neustart-Pläne haben - auch, um die Europacup-Bewerbe für 2020/21 planen zu können.