Die Deutsche Fußball-Bundesliga (DFL) hat zwei wichtige Hürden auf dem Weg zur Fortsetzung der Saison offenbar gemeistert. Laut Informationen diverser Medien haben das Bundesarbeitsministerium und die Sportministerkonferenz ihre Zustimmung zum Geisterspiel-Konzept der DFL signalisiert. Die Augen sind nun auf die Donnerstag-Konferenz von Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Länderchefs gerichtet.

Bei einer Zustimmung für Geisterspiele aus dem Kanzleramt könnte womöglich Mitte oder Ende Mai in den leeren Stadien der Liga wieder der Ball rollen. Sollten sich die Konzepte bewähren, könne dies laut Beschlussvorlage der Sportministerkonferenz auch auf die Frauen-Bundesliga und den DFB-Cup ausgeweitet werden.

Erst am Dienstag drängte BVB-Boss Hans-Joachim Watzke auf einen Wiederbeginn der Bundesliga-Saison schon im Mai. "Es ist völlig ausgeschlossen, dass erst im Juni gespielt wird, dann kannst du es gleich vergessen", sagte er in einem "Spiegel"-Interview. Der 60-Jährige verwies auf das intensive Restprogramm: "Wir haben ja noch neun Spieltage zu spielen, wir haben noch Relegationsspieltage, und dann kommt der DFB-Pokal noch dazu. Und wir müssen damit rechnen, dass auch einmal ein Spiel ausfällt." Watzke sieht darob keine Veranlassung, die Entscheidung über einen Wiederbeginn weiter hinauszuzögern: "Wir haben der Politik ein 41-seitiges Gesundheitskonzept vorgestellt und sind auch jetzt noch dabei, es auf Wunsch der Politik noch weiter auszudehnen. Wenn das trägt, ist es egal, ob wir am 9.Mai oder am 16. Mai spielen, die Situation ist die gleiche. Jede Woche später wird kritisch."

Dem Borussia-Chef geht es dabei auch um die internationale Signalwirkung - denn auch in anderen großen europäischen Ligen sei man intensiv bemüht, "die Saison einigermaßen zu Ende zu spielen". "Wenn wir es schaffen, als Erste wieder zu spielen, wird das eine immense Wirkung auf die ganze Welt haben, weil jeder guckt", meint Watzke, dessen Klub aktuell auf Rang zwei - vier Punkte hinter den Bayern - rangiert.

Umfrage: Fast die Hälfte gegen Geisterspiele

Allerdings: Die Fortsetzung mit Geisterspielen wird von einem Großteil der Deutschen abgelehnt. 46 Prozent finden den Plan der DFL, möglichst bald die noch neun ausstehenden Saison-Spieltage in Stadien ohne Zuschauer zu absolvieren, nicht richtig.

Das ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur. 34 Prozent der Befragten sprachen sich hingegen für die Geisterspiele aus. Noch größeren Widerspruch gibt es gegen die Bereitstellung von rund 20.000 Corona-Tests für die Beteiligten an den Geisterspielen. 58 Prozent lehnen dies ab, nur 22 Prozent befürworten die geplante Maßnahme. Die DFL hatte zuletzt betont, dass die regelmäßigen Tests der Fußball-Profis keine Verknappung für Risikogruppen oder sonstige Gesellschaftsgruppen zur Folge hätten. Die vorhandenen Testkapazitäten würden nach Aussage mehrerer Labors ohnehin nicht ausgeschöpft. Würde sich an dieser Situation etwas ändern, würde der Fußball zurücktreten, wurde versichert.